Von Gernot Haubner

Während Europas Bürger mit Inflation, zerfallender Infrastruktur, Masseneinwanderung und hohen Energiepreisen zu kämpfen haben, bereiten sich die NATO-Staaten auf die nächste milliardenschwere Geldvernichtungsrunde vor – selbstverständlich im Namen von Demokratie, Freiheit und all den anderen propagandistischen Zauberformeln, mit denen heute jeder Krieg legitimiert wird. In Brüssel verkündeten die Verteidigungsminister treu und gehorsam ihre Bereitschaft, Donald Trumps jüngsten Plan zu unterstützen: Die USA verkaufen künftig Waffen an die Ukraine – finanziert mit europäischen Steuergeldern. Washington verdient, Kiew kämpft, Europa zahlt. Ein perverses Geschäftsmodell, das nur in der geopolitischen Parallelwelt des Westens als „Sicherheitsstrategie“ durchgeht.

Natürlich verkauft man uns dieses Modell als brillante Lösung, nachdem die Biden-Regierung das Pentagon-Lager bereits weitgehend leergeräumt und den Krieg in der Ukraine zur teuersten Außenoperation seit dem Irak gemacht hat. Trump verfolgt nun einen anderen Ansatz: Er will keine Waffen mehr verschenken, sondern sie verkaufen. Mit anderen Worten: Der amerikanische Steuerzahler wird entlastet, der europäische ersetzt. NATO-Generalsekretär Rutte, der neue oberste Lobbyist des militärisch-industriellen Komplexes in Brüssel, feierte das Modell geradezu euphorisch. Kein Wunder – die geopolitische Blutpumpe des Westens läuft wieder.

Zwanzig NATO-Länder haben ihre Teilnahme bereits zugesagt, darunter die üblichen Verdächtigen aus dem Nordosten Europas, die Russenhysterie inzwischen zum politischen Hauptantrieb ihres Staatsapparats erhoben haben. Estland, Lettland, Litauen und Finnland überbieten sich gegenseitig im Ruf nach „mehr Reichweite, mehr Feuerkraft, mehr Abschreckung“. Auch Slowenien steht bereit, um als geopolitische Fußnote wenigstens ein paar Granaten beizusteuern. Politico berichtet stolz von milliardenschweren „PURL-Paketen“ – ein schönes Akronym, das nach harmloser Entwicklungszusammenarbeit klingt, aber nichts anderes ist als ein gigantischer Rüstungstopf für einen Krieg, der längst verloren ist.

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Deutschland spielt wie gewohnt die tragische Rolle des gehorsamen Zahlmeisters, der jeden militärisch sinnfreien Unsinn bereitwillig abnickt. Verteidigungsminister Pistorius verkündete mit der Ernsthaftigkeit eines Mannes, der schon zu weit gegangen ist, um umzudrehen: Berlin kauft für 500 Millionen Dollar amerikanische Waffen für Kiew. Patriot-Abfangraketen, Radarsysteme, Iris-T-Luftabwehr – die Einkaufsliste wirkt wie direkt aus dem Katalog von Raytheon abgeschrieben. Aber damit nicht genug: Dazu kommen noch einmal zwei zusätzliche Iris-T-Systeme, Schulterraketen, Munition und die unausgesprochene Garantie, dass deutsche Steuerzahler auch 2026 noch bezahlen werden.

Parallel dazu stellt die Ukraine wieder einmal ihre ewige Bettelliste aus. Tomahawk-Marschflugkörper stehen darauf ganz oben – eine absurde Forderung, denn diese Waffe ist für massive Erstschlagskapazitäten ausgelegt. Mit anderen Worten: Kiew fordert das Material, das geeignet wäre, russisches Territorium tief zu treffen – und damit den dritten Weltkrieg auszulösen. Doch warum bescheiden sein, wenn man auf dem Basar der westlichen Sicherheitspolitik ohnehin keine Grenzen mehr kennt.

Diese groteske Entwicklung wäre fast komisch, wenn sie nicht in einem realen Krieg stattfände, dessen menschlicher Preis schon jetzt jenseits aller Vorstellungskraft liegt. Hunderttausende sind tot, ganze Regionen ausradiert, und dennoch fabuliert der Westen weiter von „Durchhaltewillen“ und „Siegfähigkeit“. Friedensverhandlungen sind offiziell tot, Diplomatie gilt in NATO-Kreisen mittlerweile als Verrat. Und die Ukraine? Sie steht mit dem Rücken zur Wand, kämpft an zu vielen Fronten, verliert täglich Land und Männer – und soll nun mit europäischen Geldern künstlich am Leben gehalten werden. Eine militärpolitische Lebenserhaltung ohne Aussicht auf Heilung.

Verteidigungsminister Denys Schmyhal gab offen zu, dass die Ukraine im kommenden Jahr bis zu 20 Milliarden Dollar für Waffen braucht, allein um nicht unterzugehen. Kein Plan für Frieden, kein Plan für Wiederaufbau, keine politische Lösung – nur mehr Krieg, mehr Pulver, mehr Tote. Und Europa lässt es geschehen, weil Washington es so will. Willkommen im neuen Vasallenzeitalter, in dem Demokratien keine souveräne Außenpolitik mehr betreiben, sondern Krieg auf Kredit finanzieren.