"Wir sind erschüttert", zitiert das Time Magazine Stimmen aus der Intelligence Community. Reuters berichtet von einer "verstörten Spionage-Welt", während The Atlantic - das Sprachrohr des Establishments - Gabbard kurzerhand als "Bedrohung für die nationale Sicherheit" einstuft. Eine bemerkenswerte Einschätzung für die designierte oberste Hüterin ebendieser Sicherheit. Besonders aufschlussreich war die Reaktion des CNN-Moderators Jim Sciutto im Gespräch mit Richard Quest. Sichtlich verstört stellte Sciutto fest, dass Gabbards Ansichten "praktisch allem widersprechen", wofür die US-Außenpolitik steht. Eine unfreiwillig ehrliche Analyse, die den Kern der Sache trifft. https://twitter.com/WarClandestine/status/1856824025789673561 Die ehemalige Kongressabgeordnete und Irak-Veteranin hat sich über die Jahre als scharfe Kritikerin der amerikanischen Kriegspolitik profiliert. Ihr Syrien-Besuch 2017 und das Treffen mit Präsident Assad lösten in Washington einen Sturm der Entrüstung aus. Ihre differenzierte Sicht auf die NATO-Expansion und die Forderung, russische Sicherheitsinteressen ernst zu nehmen, brachten ihr prompt den Vorwurf ein, eine "russische Agentin" zu sein. Als künftige DNI würde Gabbard CIA und NSA beaufsichtigen und dem Präsidenten täglich Briefings geben. Angesichts Trumps bekanntermaßen unkonventionellen Führungsstils könnte ihr Einfluss auf die Außenpolitik den der Minister für Verteidigung und Äußeres deutlich übertreffen. https://twitter.com/VeraMBergen/status/1856815964144411117 Kritiker verweisen auf Gabbards Israel-freundliche Haltung - ein berechtigter Einwand. Doch in Bezug auf Russland, China und den Iran hat sie sich konsequent für Diplomatie und Verhandlungen stark gemacht. In einer Zeit, in der Kriegsrhetorik als "Mainstream" gilt, erscheint diese Position geradezu revolutionär. Die Senatsanhörungen werden zeigen, ob Gabbard die Hürde der Bestätigung nehmen kann. Das Establishment wird alle verfügbaren Mittel nutzen, um diese Nominierung zu verhindern. Zu groß ist die Sorge vor einer Person, die den militärisch-industriellen Komplex durchschaut und unbequeme Wahrheiten ausspricht. Mit Tulsi Gabbard als Geheimdienstchefin stünde der amerikanischen Außenpolitik ein fundamentaler Kurswechsel bevor - eine Perspektive, die die selbsternannten Hüter der etablierten Ordnung in helle Aufregung versetzt.