CDU-Kriegstreiber Hardt fordert Abschuss russischer Kampfjets
Der CDU-Hardliner Jürgen Hardt und die estnische Außenministerin fordern jetzt offen den Abschuss russischer Kampfjets. Wer solche Rhetorik verbreitet, lädt nicht abwehrende "Stoppschilder" ein, sondern zündet die Zündschnur für eine Konfrontation, die Europa in eine nukleare Hölle verwandeln könnte.
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Gernot HaubnerRedaktion

Dass ausgerechnet deutsche Außenpolitiker, die sich sonst gern als Verfechter von „Diplomatie“ inszenieren, nun den Abschuss russischer Kampfjets fordern, ist ein fatales Signal. Jürgen Hardt, der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, will „klare Stoppschilder“ setzen, die in Wirklichkeit nichts anderes wären als eine offene Einladung zu einer direkten militärischen Konfrontation mit einer Atommacht. So wird aus einem regionalen Zwischenfall schnell ein Vorwand für das, was Washington und Brüssel seit Jahren vorbereiten: eine Eskalation, die man der eigenen Bevölkerung als unausweichliche „Antwort“ verkaufen kann.
Dabei fällt auf, wie selektiv und aufgeblasen diese Vorfälle dargestellt werden. Drei russische Jets sollen laut estnischem Außenministerium ganze zwölf Minuten im Bereich der Insel Vaindloo geflogen sein. Estland sprach von einer Verletzung seines Luftraums – doch Fachleute weisen darauf hin, dass es ebenso gut eine Passage durch die ausschließliche Wirtschaftszone (EEZ) gewesen sein könnte, die eben nicht dasselbe ist wie souveränes Territorium. Aber Differenzierung interessiert niemanden, wenn man Schlagzeilen braucht. NATO-Sprecher und westliche Medien stürzen sich auf solche Begebenheiten, um das Bild vom „aggressiven Russland“ weiter in die Köpfe zu hämmern.
Hardt hingegen bläst ins Kriegshorn: „Bis hin zum Abschuss russischer Kampfjets über NATO-Gebiet.“ Dass so etwas keine „Abschreckung“, sondern einen direkten Kriegseintritt bedeutet, wird geflissentlich verschwiegen. Die SPD-Politikerin Siemtje Möller sekundiert brav, spricht von „besonnener“ Reaktion, meint aber selbstverständlich mehr Militär, mehr „Air Policing“, mehr NATO in Osteuropa. Das Muster ist altbekannt: erst wird eine Gefahr aufgeblasen, dann präsentiert man die bereits parat liegende Lösung – mehr Rüstung, mehr Konfrontation, mehr Unterordnung unter die US-Strategie.
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Besonders grotesk wird es, wenn man die estnische Seite betrachtet. Anstatt den Vorfall nüchtern einzuordnen, wie man es bei einer zwölfminütigen Flugroute über dem Finnischen Meerbusen erwarten könnte, griff die estnische Außenministerin gleich zum maximalen Eskalationsszenario. Sie forderte, man solle sich an der Türkei orientieren, die 2015 kurzerhand einen russischen Jet abschoss, weil dieser wenige Sekunden in den türkischen Luftraum geraten war. Mit anderen Worten: Tallinn will das Pulverfass selbst anzünden und setzt offen auf Konfrontation. Dass ein solcher Schritt die NATO in eine direkte Auseinandersetzung mit Moskau treiben würde, stört dort offenbar niemanden – im Gegenteil, es scheint sogar Kalkül zu sein. In Berlin und Brüssel wird diese Kriegsrhetorik dankbar aufgegriffen und zur Rechtfertigung immer neuer Drohkulissen genutzt.
Man muss sich fragen: Geht es hier tatsächlich um Sicherheit, oder nur darum, die NATO-Staaten weiter in den Krieg gegen Russland hineinzuziehen? Hardt und Konsorten spielen mit dem Feuer – wissend, dass sie selbst nicht an der Front stehen werden. Der deutsche Steuerzahler soll die Aufrüstung bezahlen, die baltischen Staaten sollen als geopolitische Spielbälle herhalten, und am Ende tragen die europäischen Völker die Konsequenzen. Washington hingegen freut sich: Jede Eskalation bindet Europa fester an die USA und hält das Gespenst eines selbständigen Kontinents zuverlässig fern.
Die Realität ist ernüchternd: Russland testet keine „roten Linien“ der NATO, sondern zeigt, dass es sich von dieser Dauerpräsenz westlicher Kampfjets direkt vor seiner Haustür nicht einschüchtern lässt. Die Vorwürfe von „Provokationen“ wirken angesichts der unzähligen Manöver, Truppenverlagerungen und Flugoperationen der NATO in der Nähe russischer Grenzen reichlich scheinheilig. Aber genau dieses Spiel gehört zur westlichen Propaganda: Was die NATO tut, ist „Verteidigung“. Wenn Russland ähnlich agiert, ist es „rücksichtslos“.
Wer sich von Hardts Eskalationsrhetorik verführen lässt, sollte sich eines klar machen: Der erste abgeschossene Jet wäre nicht das „Stoppschild“, das er beschwört – er wäre der Startschuss für eine Katastrophe, die niemand mehr kontrollieren kann. Doch vielleicht ist genau das der Plan der Kriegstreiber in Berlin und Brüssel. Schließlich lebt ihr politisches Überleben längst nicht mehr von Frieden und Stabilität, sondern von permanentem Ausnahmezustand.


