Über Jahrhunderte hinweg ist das Russische Reich von Osteuropa aus über den Kaukasus und Sibirien bis hin zum Pazifischen Ozean gewachsen. Eine Entwicklung, die das Land schlussendlich zu einem Vielvölkerstaat machte, in dem jedoch die ethnischen Russen die Bevölkerungsmehrheit stellen. Für die Vertreter der US-amerikanischen Hegemoniebestrebungen ist dies eine Gelegenheit, die Zerschlagung Russlands zu fordern, um so einen geopolitischen Kontrahenten zu vernichten und gleichzeitig die Möglichkeit der politischen Einflussnahme in den (rohstoffreichen) neu gegründeten Staaten zu sichern. Erst bei der jüngsten Generaldebatte der UN-Vollversammlung war der russische Außenminister, Sergej Lawrow, dem kollektiven Westen vor, dass dieser nicht nur die Welt spalten, sondern auch sein Land zerstören zu wollen. "Es ist ihnen nicht mal mehr peinlich, offen zu erklären, dass es nicht nur die Absicht gibt, unserem Land eine militärische Niederlage zuzufügen, sondern Russland zu zerstören, zu zerstückeln", sagte er. [caption id="attachment_5855" align="aligncenter" width="1280"] Plan zur Zerschlagung Russlands. Bild: Kaiyr, CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons[/caption] Eine Idee, die nach dem Zerfall der Sowjetunion von Verteidigungsminister Dick Cheney augegriffen, jedoch von Präsident George Bush verworfen wurde. Dieser wollte eigentlich auch den Zerfall der UdSSR verhindern, weil er die Etablierung nationalistischer Bewegungen in den Nachfolgestaaten (inklusive Russlands selbst) als Gefahr für die globale Sicherheit betrachtete. Der US-Autor Casey Michel hatte dieses Thema in einem Artikel für "The Atlantic" wieder aufgegriffen, worin er forderte, die Russische Föderation vollständig zu "entkolonialisieren" und dies dann auch in China durchzuführen. Angesichts dessen, dass die Unterstützer dieser Idee fest im politischen Establishment der Vereinigten Staaten verankert sind, darf man durchaus davon ausgehen, dass man entsprechende Schritte und Maßnahmen diesbezüglich unternimmt - und dazu Organisationen wie das "Forum der freien Völker Russlands" stärker unterstützt. Man könnte sagen, das Ziel ist die Zersetzung Russlands im Inneren. Angesichts dessen, dass die Vereinigten Staaten, sowie Kanada, Australien und Neuseeland beispielsweise ihr Territorium auf Kosten der Ureinwohner besetzen und Länder wie Frankreich und Großbritannien weiterhin ihre Überseebesitzungen behalten (sowie ihren Einfluss auf viele ihrer früheren Kolonien ausüben), wirken solche Vorschläge und Versuche jedoch geradezu scheinheilig. Ganz zu schweigen vom gewaltigen Netzwerk an US-amerikanischen Militärbasen rund um den Erdball, die der Einzementierung der hegemonialen Bestrebungen des US-Establishments dienen.