Weltbank fordert Südasiaten zur Migration auf
Geht es nach der Weltbank, sollen sich mehr Menschen aus Ländern wie Bangladesch, Nepal, Pakistan und Sri Lanka ins Ausland aufmachen. Migration könne dabei helfen, die langfristige Entwicklung dieser Länder zu fördern.
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Contra24 RedaktionRedaktion

Während Südasien unter den Auswirkungen diverser wirtschaftlicher Schocks leidet, könne die Migration von Menschen aus diesen Ländern den Aufschwung fördern und die langfristige Entwicklung unterstützen, so die Weltbank in ihrem jüngsten regionalen Wirtschaftsbericht. "Bewältigung von Schocks: Migration und die Straße zur Widerstandsfähigkeit" ist das Thema einer zweitägigen Konferenz, die letzte Woche stattfand und vom Institute for Integrated Development Studies und der Weltbank organisiert wurde.
Migration treibe das Wirtschaftswachstum an, da sie es den Menschen ermögliche, dorthin zu ziehen, wo sie produktiver seien, hieß es auf der Konferenz. Internationale Migranten aus Bangladesch, Nepal, Pakistan und Sri Lanka, die in den Golfstaaten arbeiten, verdienen beispielsweise bis zum Fünffachen dessen, was sie zu Hause verdienen würden. Sie tragen zudem dazu bei, dass einige der größten Überweisungsströme der Welt entstehen. Nepal bezieht schätzungsweise 20 Prozent seines Einkommens aus Rücküberweisungen, und in Bangladesch und Pakistan machen die Einnahmen aus Rücküberweisungen 6 bzw. 8 Prozent des BIP aus.
"Obwohl die Migration zahlreiche wirtschaftliche Vorteile mit sich bringt, werden diese durch die Kosten der Migration, wie z. B. Kreditbeschränkungen, Informationsmangel und Spannungen auf dem Arbeitsmarkt, nicht in vollem Umfang genutzt", sagte Eaknarayan Aryal, Sekretär des Ministeriums für Arbeit, Beschäftigung und soziale Sicherheit in Nepal. "Nepal und die Länder in ganz Südasien müssen daran arbeiten, die Mobilität der Arbeitskräfte zu erleichtern, da dies für die Erholung der Region und die Widerstandsfähigkeit gegenüber künftigen Schocks von entscheidender Bedeutung ist."
"Die Migration nimmt in Südasien wieder zu, verläuft aber nach wie vor langsam und ungleichmäßig, was Anlass zur Sorge gibt, dass der Pandemieschock langfristige Auswirkungen auf die damit verbundenen Kosten und Reibungsverluste hat", sagte Hans Timmer, Chefökonom der Weltbank für Südasien. "Die politischen Entscheidungsträger müssen sich mit diesen oft prohibitiven Kosten und Reibungen auseinandersetzen und Maßnahmen zur Verringerung des Migrationsrisikos einführen."
Der Bericht enthält mehrere Empfehlungen zur Senkung der hohen Migrationskosten, darunter die Ausarbeitung bilateraler und multilateraler Abkommen, die Stärkung der Überweisungsinfrastruktur und das Angebot von Informations- und Schulungsprogrammen, die potenziellen Migranten helfen sollen, eine bessere Entscheidung über ihren Umzug zu treffen. Darüber hinaus werden Empfehlungen zur Verringerung des Migrationsrisikos ausgesprochen, z. B. durch eine flexiblere Visapolitik, Mechanismen zur Unterstützung von Wanderarbeitnehmern in Schocksituationen und Sozialschutzprogramme.
"Südasien ist weltweit der größte Empfänger von Geldüberweisungen. Rücküberweisungen haben eine zentrale Rolle bei der Linderung der Armut, der Bewältigung wirtschaftlicher Schocks und bei der Verwirklichung nachhaltiger Entwicklungsziele in Nepal gespielt", sagte Dr. Biswash Gauchan, Vorsitzender des IIDS. "Allerdings sind die sozioökonomischen und politischen Kosten der Migration in dem Land, in dem ein großer Teil der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter auf der Suche nach Arbeit ins Ausland gegangen ist, ebenfalls sehr hoch. Das IIDS freut sich, diese regionale Konferenz zu diesem wichtigen Thema in Nepal in Zusammenarbeit mit der Weltbank auszurichten, insbesondere im Anschluss an den COVID-19."


