Washington spielt mit dem Feuer des Weltkrieges
Aktuell spielen die politischen Akteure in Washington mit dem Feuer - und zwar überall dort, wo bereits viel Zunder herumliegt. Als ob die Ukraine-Krise noch nicht genug wäre, legt man sich nun auch noch mit Peking an.
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Marco MaierRedaktion

Wenn man sich die aktuellen Schlagzeilen so ansieht, bekommt man das beklemmende Gefühl, dass die US-Führung momentan alles nur Erdenkliche unternimmt, um einen globalen Flächenbrand in Gang zu setzen. Wir erleben nämlich derzeit nicht nur eine zunehmende Eskalation in der Ukraine, wo Moskau den Westen bereits davor warnt, dass die anhaltenden Waffenlieferungen an Kiew bald zu entsprechenden Konsequenzen führen werden. Wir erleben auch, dass eine Nancy Pelosi (die ihrerseits als Sprecherin des Unterhauses als eine der führenden Politikerinnen der Vereinigten Staaten gilt), mit ihrem Taiwan-Spiel auch noch eine Eskalation der Lage in Ostasien auf den Tisch bringt.
Die Amerikaner waren zwar noch nie wirklich für diplomatisches Fingerspitzengefühl (sondern vielmehr als der sprichwörtliche Elefant im Porzellanladen) bekannt, doch das was wir seit einigen Monaten sehen, ist geradezu beispiellos. Ein Donald Trump hat es trotz seiner etwas rabiaten Art und der neokonservativen Politmafia (Bolton, Pompeo & Co) in seiner Administration nicht geschafft, gleich zwei anderen Großmächten (nämlich Russland und China) dermaßen an den Karren zu fahren, dass diese sich (in Bezug auf die Ukraine und auf Taiwan) gezwungen sehen, zu handeln.
Klar, machen wir uns nichts vor, die Trump-Administration hatte in vier Jahren mehr Sanktionen und andere "Strafmaßnahmen" gegen Russland verhängt als jene Obamas in den acht Jahren zuvor und auch der Handelskrieg der Vereinigten Staaten gegen China war nicht ohne - doch das "Schmerzlevel" war für Moskau und Peking noch erträglich. Aber auch hier gilt: Unter Trump gab es ebenfalls keine substanziellen Verbesserungen in der Ukraine und unter Trump gab es ebenfalls Besuche hochrangiger US-Politiker in Taiwan. Doch vielmehr konzentrierten sich die Amerikaner unter seiner Präsidentschaft auf den Iran und Nordkorea. Zwar auch ohne positive Wirkung auf die globale Stabilität, aber dennoch ebenso ohne gravierende negative Auswirkungen.
Doch nun? Dank einer US-Administration die von offen interventionistisch geltenden Politikern dominiert und von einem zusehends dement wirkenden Präsidenten geführt wird, steuern wir geradewegs in den dritten Weltkrieg hinein - bejubelt und angefeuert von den transatlantisch ausgerichteten Medien und Politikern in Europa, denen echt nichts Besseres in den Sinn kommt, als diesen Wahnsinn auch noch zu unterstützen. Und dies unter Anbetracht der Tatsache, dass gerade Europa beispielsweise vom günstigen russischen Gas lange Zeit profitiert hat. Klar, dies sorgt(e) für eine gewisse energietechnische Abhängigkeit, doch was wäre die Alternative? Eine Abhängigkeit von den Golfdiktaturen und von den Vereinigten Staaten und deren Frackinggas? Wir müssen nämlich der Tatsache ins Auge sehen, dass Europa in Bezug auf die Energieversorgung eben nicht autark ist und dies auch für Jahrzehnte nicht sein wird.
Anstatt ständig mit verdeckten Karten zu spielen, obwohl eigentlich jeder weiß, welche es sind, sollte Washington diese einfach ganz offen auf den Tisch legen und entsprechend agieren. Das heißt, die Amerikaner sollten den sogenannten Alliierten in Europa und Asien klar machen, dass sie einfach nur güngstige Verfügungsmasse für die globalen Hegemonialbestrebungen der westlichen Finanzeliten sind und ihre Tribute leisten müssen. Genauso wie die US-Bürger, die brav ihren Dienst an der Waffe für diese Elitisten leisten sollen und seit Jahrzehnten mit der vollen Propagandamacht angelogen werden. Denn sie verteidigen nicht ihr Land oder ihre Freiheit, sondern lediglich die Interessen und Mega-Profite dieser Superreichen. Und was China anbelangt: Washington sollte einfach ganz offen erklären, dass es die Ein-China-Politik ablehnt und Taiwan als unabhängigen Staat betrachtet. Denn dies ist ja ohnehin der Fall. Jeder weiß es, nur ist es eben nicht offiziell. Was Russland betrifft, weiß eigentlich auch bereits jeder, dass das Ziel die Installation einer pro-amerikanischen Regierung ist, die die schier unermesslichen natürlichen Ressourcen den westlichen (vor allem US-amerikanischen) Konzernen zur Ausbeutung übertragen soll. Das sind Wahrheiten, die niemand im "Westen" hören will.
Doch genau dafür spielen die Amerikaner (ich meine damit die US-Eliten, nicht die Durchschnittsbürger, die zumeist ohnehin nur ideologisch verblendet sind) mit dem Feuer eines neuen Weltkrieges. Ideologietrunken stolpern die Europäer mit hinein, ohne zu realisieren, dass sie von den westlichen Eliten eigentlich nur verkauft und verraten werden. Wann geht Europa in Flammen auf?


