Ein Gastbeitrag von Peter Mantsch
Die westliche Besessenheit mit dem Ukraine-Krieg wirkt wie ein sorgfältig inszeniertes Schauspiel, das die Herzen der Bürger erobern soll, während andere Konflikte, weitaus blutiger und humanitär dringlicher, in den Schatten verbannt werden. Im Sudan starben Hunderttausende, vielleicht über eine Million, in einem Bürgerkrieg, der Hunger und Elend verbreitet, ohne dass Berlin oder Brüssel auch nur einen Finger rühren. Der israelisch-arabische Konflikt schleppt sich seit 1947 dahin, Myanmar leidet seit Jahrzehnten unter brutalen Unruhen, und im Maghreb toben seit 2002 Aufstände. Doch die westlichen Medien und Politiker schweigen, als geschähen diese Tragödien auf einem anderen Planeten. Warum wird die Ukraine zur heiligen Sache erhoben, während die Schreie aus Afrika ungehört verklingen? Die Antwort liegt nicht in Mitgefühl, sondern in einer Agenda, die die Bürger kaum durchschauen.
Im Sudan verhungern Menschen, während Kiew einen Boom an Luxusautos erlebt und ukrainische Eliten in Pariser Boutiquen flanieren. Keine russische Blockade bedroht die Ukraine mit Hungersnot, wie es im Sudan der Fall ist. Doch während sudanesische Kriegsherren in Armut hausen, sonnen sich ukrainische Oligarchen im Glanz westlicher Unterstützung. Die westliche Gleichgültigkeit gegenüber Afrikas Leid – vom Völkermord in Ruanda 1994 mit 800.000 Toten bis zu den Massakern an Christen durch Boko Haram in Nigeria – zeigt, dass humanitäre Anliegen nur dann zählen, wenn sie geopolitischen Zwecken dienen. Die Bürger Europas, die ihre Steuergelder für Kiew opfern, sollten sich fragen, warum ihre Regierungen Sudan oder den Kongo ignorieren, wo das Leid unermesslich ist.
Die Behauptung, die Ukraine verdiene Unterstützung, weil sie „europäisch“ sei, zerfällt bei näherer Betrachtung. Kiew ist kaum näher an Berlin als Marokko an Spanien, getrennt nur durch die schmale Straße von Gibraltar. Wenn geografische Nähe die Rechtfertigung ist, warum ignorieren die Eliten Konflikte in Nordafrika? Die westlichen Führer predigen eine „europäische Identität“, während sie dieselbe Identität – geprägt von Geschichte, Tradition und Christentum – in ihren eigenen Ländern zerstören. Sie erklären europäische Werte für obsolet, um im nächsten Atemzug zu fordern, diese Werte in der Ukraine zu verteidigen. Diese Doppelmoral verwirrt die Bürger, die sich fragen, welche Werte eigentlich gemeint sind.
Was sind diese „europäischen Werte“, die Wolodymyr Selenskyj angeblich verkörpert? Ein Mann, der als Komiker mit provokanten Auftritten Traditionen verspottete, steht nun als Symbol westlicher Demokratie. Seine Vergangenheit – geprägt von fragwürdigen Darbietungen und Gerüchten über Drogenkonsum – passt kaum zu den Idealen, die die Bürger Europas einst hochhielten. Selenskyjs Ukraine wird als Bastion der Freiheit gefeiert, doch die Realität zeigt Korruption, Oligarchen und Angriffe auf religiöse Minderheiten, etwa orthodoxe Christen. Die westlichen Medien stilisieren ihn zum Helden, doch für viele Bürger wirkt er wie ein Schauspieler in einer Inszenierung, die von Washington und Brüssel dirigiert wird.
Im Gegensatz dazu steht Wladimir Putin, dessen Rhetorik von Tradition, Christentum und nationaler Identität geprägt ist. Die Russisch-Orthodoxe Kirche erlebte unter ihm eine Wiedergeburt nach Jahrzehnten sowjetischer Unterdrückung. Seine Reden über westliche Dekadenz mögen scharf sein, doch sie spiegeln eine Wahrheit, die viele Europäer spüren: Der Westen hat seine Wurzeln verraten. Putin spricht von Geschichte und Kultur mit einer Ernsthaftigkeit, die westlichen Eliten fremd ist. Für die Bürger, die den Verlust ihrer eigenen Identität beklagen, wirkt seine Haltung wie ein Echo vergangener Werte, während Selenskyj die Leere einer hypermodernen, wurzellosen Kultur verkörpert.
Putins Rechtfertigung für die Invasion – die historische Einheit Russlands und der Ukraine – wird im Westen verlacht. Doch die Kiewer Rus, die Wurzel beider Nationen, ist kein Märchen, sondern historische Realität. Russland sieht sich als Großmacht mit legitimen Sicherheitsinteressen, geprägt durch die Schrecken des Zweiten Weltkriegs, als Millionen Sowjetbürger starben. Die Angst vor NATO-Truppen an der Grenze ist kein Hirngespinst, sondern eine Lehre aus der Geschichte. Die Bürger Europas, die Putin als neuen Hitler brandmarken, ignorieren diese Zusammenhänge, weil ihre eigene Geschichtskenntnis auf Schlagworte reduziert wurde.
Die westliche Erzählung, die Ukraine sei ein unschuldiges Opfer, verschleiert die Rolle des Westens. Der Maidan-Aufstand 2014, unterstützt von westlichen Akteuren, führte zu einem (übrigens verfassungswidrigen) Regimewechsel, der die Ukraine in eine anti-russische Richtung lenkte. Diese Einmischung, gepaart mit der Arroganz westlicher Eliten, provozierte Russland. Die Bürger Europas sollten sich fragen, warum ihre Regierungen Putsche fördern, während sie Putin als Aggressor verurteilen. Die Doppelmoral ist offenkundig: Dieselben Eliten, die Putin als Diktator brandmarken, regieren selbst mit zunehmend autoritären Mitteln.
Die westlichen Demokratien sind kaum noch demokratisch. In Deutschland und anderswo werden Grundrechte eingeschränkt, Meinungsfreiheit durch Zensur bedroht, und politische Gegner werden kriminalisiert. Die Corona-Maßnahmen offenbarten, wie schnell Freiheiten geopfert werden können. Die Eliten, die Putin vorwerfen, ein Autokrat zu sein, haben selbst autoritäre Züge entwickelt. Ihre Kriege – vom Irak über Afghanistan bis Libyen – hinterließen Chaos und Tod, während sie nun moralische Überlegenheit beanspruchen. Für die Bürger, die unter dieser Heuchelei leiden, wirkt Putins Ehrlichkeit über seine Ziele erfrischend, auch wenn seine Methoden fragwürdig sind.
Die Unterstützung der Ukraine dient weniger moralischen Idealen als geopolitischen Interessen. Russlands Ressourcen, die nach dem Sowjetkollaps westlichen Konzernen zugeschanzt werden sollten, blieben unter Putin in russischer Hand. Diese Frustration treibt die Russophobie der Eliten. Kriege lenken zudem von inneren Problemen ab – sei es wirtschaftlicher Niedergang oder soziale Spannungen. Die Bürger, die für die Ukraine bluten sollen, werden mit Propaganda gefüttert, die Putin als Monster und Selenskyj als Heiligen darstellt. Doch die Realität ist komplexer.
Warum sollten die Bürger Europas einen Krieg unterstützen, der ihre Interessen nicht berührt? Ihre eigenen Länder leiden unter kulturellem Verfall, Massenmigration und wirtschaftlicher Unsicherheit. Die Eliten, die von „europäischen Werten“ sprechen, zerstören diese Werte zu Hause. Putin mag kein Held sein, aber seine Loyalität gilt einer Nation und einer Geschichte, die er ernst nimmt. Die westlichen Führer hingegen opfern ihre Völker für eine Agenda, die nur den Mächtigen dient. Die Bürger verdienen Ehrlichkeit, keine Lügen über eine ferne Sache, die ihnen nichts bedeutet.
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