Ungarn berichtet starken Anstieg bei der illegalen Migration
Die Balkanroute wird wieder verstärkt von illegalen Migranten und Schlepperbanden genutzt. Dies zeigen Zahlen aus Ungarn, welches eine Verdoppelung der aufgegriffenen illegalen Migranten vermeldet.
C
Contra24 RedaktionRedaktion

Die Zahl der illegalen Einwanderer an der ungarischen Südgrenze hat sich in diesem Jahr mehr als verdoppelt. Seit Januar haben ungarische Grenzschützer mehr als 100.000 Migranten aufgegriffen, sagte György Bakondi, der Chefberater für Innere Sicherheit von Premierminister Viktor Orbán, am Mittwoch.
Im nationalen Fernsehsender M1 sagte Bakondi, viele von ihnen seien aus Afghanistan geflohen, aber in letzter Zeit kämen auch Migranten aus Indien, Pakistan und vielen Ländern Nordafrikas. Die meisten der Neuankömmlinge seien immer noch junge Männer, die in großen Gruppen versuchen, die ungarische Grenze zu überqueren, fügte er hinzu.
Laut der Zusammenfassung des Chefberaters haben Migranten in diesem Jahr bisher 230 Mal ungarische Polizisten und Soldaten angegriffen und dabei häufig den Grenzzaun und seine technische Ausrüstung beschädigt. Einige Personen wurden sogar mit Schusswaffen gesichtet.
Bakondi erwähnte auch, dass sich die ungarische Migrationspolitik seit 2015 nicht geändert habe. In diesem Jahr seien bisher mehr als 101.000 Migranten an der Südgrenze festgenommen worden, mehr als doppelt so viele wie im vergangenen Jahr, sagte er.
Der Menschenschmuggel ist in Serbien ein florierendes Geschäft, wobei der 174 Kilometer lange Grenzabschnitt zu Ungarn unter fünf oder sechs gut organisierten kriminellen Gruppen aufgeteilt ist, die zwischen 3.000 und 4.000 Euro für den Transport einer Person nach Österreich verlangen.
Laut Bakondi beobachtet die ungarische Regierung die wachsende Nahrungsmittelkrise in der nordafrikanischen Region aufgrund des Krieges in der Ukraine, die zu einer schweren Hungersnot und einer weiteren Migrationswelle führen könnte.
Der Chefberater wies auch darauf hin, dass Ungarn der Ukraine angeboten habe, sie dabei zu unterstützen, Weizenlieferungen über ungarisches Gebiet nach Nordafrika zu bringen.


