Der tschechische Premierminister Petr Fiala erklärte am Donnerstag, dass die tschechischen Waffenvorräte für die Unterstützung der Ukraine bei der Verteidigung nach dem Einmarsch der russischen Streitkräfte erschöpft seien. Nach einem Treffen mit NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg, der der tschechischen Regierung für ihre militärische und humanitäre Unterstützung der Ukraine dankte, erklärte Fiala, dass die tschechischen Ressourcen aufgestockt werden müssten, bevor das Land weitere Hilfe an der Front leisten könne. "Unsere Bestände an Waffensystemen aus der Sowjet-Ära gehen zur Neige und müssen wieder aufgefüllt werden", sagte Fiala vor Reportern. Der tschechische Regierungschef betonte, dass die anhaltende Krise in der Ukraine während der bevorstehenden tschechischen EU-Ratspräsidentschaft oberste Priorität haben werde und Tschechien beabsichtige, die ukrainische Armee weiterhin mit Waffen sowie technischer Unterstützung und Ausbildung zu unterstützen. Damit werden die tschechischen Steuerzahler auch weiterhin die westliche Rüstungsindustrie unterstützen. In diesem Zusammenhang erwähnte er, dass Deutschland kürzlich zugesagt hat, der Tschechischen Republik Leopard 2A4-Panzer zu schenken, als Ausgleich dafür, dass Tschechien seine schweren Waffen an die Ukraine abgibt. Fiala sagte auch, dass seine Regierung entschlossen sei, ihre NATO-Verpflichtung zu erfüllen und ihre Verteidigungsausgaben bis 2024 auf mindestens 2 Prozent des BIP zu erhöhen. Nach einem kurzen Treffen sagte Stoltenberg, er habe mit Fiala auch über den bevorstehenden NATO-Gipfel in Madrid gesprochen, auf dem erörtert werden soll, ob die Verteidigungsorganisation bald um zwei neue Mitglieder, Finnland und Schweden, erweitert wird. Fiala sagte, dass die Tschechische Republik die Mitgliedschaft der nordischen Länder unterstützen würde.