US-Beamte wurden laut CBS informiert, dass Israel eine Militäroperation gegen den Iran vorbereitet. Die amerikanische Regierung hat daraufhin nicht-essentielle Regierungsmitarbeiter angewiesen, den Irak zu verlassen. Diese Maßnahme erfolgt aufgrund "erhöhter regionaler Spannungen" und der Befürchtung, dass iranische Vergeltungsschläge gegen US-Einrichtungen im Irak folgen könnten.
Das Pentagon hat zudem Familienangehörigen von US-Soldaten die Ausreise aus der Region gestattet. Von israelischer Seite gibt es bislang keine offizielle Bestätigung zu den Angriffsplänen. US-Präsident Trump bezeichnete den Iran am Mittwoch als "gefährlichen Ort" und betonte: "Der Iran darf keine Atomwaffe haben, wir werden das nicht zulassen."
Gescheiterte Verhandlungen als Auslöser
Die Trump-Administration bemüht sich seit Wochen um ein Abkommen mit Teheran zur Einschränkung des iranischen Atomprogramms. Die bisherigen fünf Gesprächsrunden blieben erfolglos. Eine für diese Woche im Oman geplante sechste Verhandlungsrunde mit US-Nahost-Gesandtem Steve Witkoff wird laut Axios wahrscheinlich nicht stattfinden.
Witkoff selbst warnte kürzlich: "Ein nuklear bewaffneter Iran stellt eine existenzielle Bedrohung für Israel dar – und er ist auch eine existenzielle Bedrohung für die Vereinigten Staaten. Wir müssen entschlossen zusammenstehen, damit der Iran nicht nuklear wird – egal, was es kostet, dies zu verhindern."
Iranisches Atomprogramm als Sicherheitsrisiko
Nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) hat der Iran etwa 400 Kilogramm Uran auf 60 Prozent angereichert – nur wenige Schritte von waffenfähigem Material entfernt. Diese Menge würde theoretisch für etwa zehn Atombomben ausreichen. Für Israel, dessen Existenzrecht vom iranischen Regime offen in Frage gestellt wird, stellt dies ein untragbares Sicherheitsrisiko dar.
Die USA hatten Israel bisher von einem Angriff abgehalten. Noch im Mai forderte Trump Netanjahu auf, keine militärischen Aktionen gegen den Iran zu unternehmen, solange Verhandlungen laufen. Die aktuelle Entwicklung deutet auf einen Strategiewechsel hin. Laut Analyse der NZZ wären bei einem israelischen Angriff primär die Urananreicherungsanlagen in Natanz und Fordo Ziele – beide militärisch schwer zu zerstören.
Drohende Eskalation in der Region
Der iranische Verteidigungsminister Aziz Nasirzadeh drohte am Mittwoch laut CBS, dass der Iran bei einem Scheitern der Atomgespräche und einer militärischen Konfrontation mit Israel "alle US-Stützpunkte in den Gastländern angreifen" werde.
Die Lage unterscheidet sich deutlich von früheren israelischen Präzisionsangriffen wie jenem gegen Syriens Al-Kibar-Reaktor 2007. Die iranischen Atomanlagen sind weiter entfernt, besser gesichert und teilweise unterirdisch angelegt. Militärexperten des Telegraph zufolge wäre ein erfolgreicher Angriff logistisch äußerst anspruchsvoll und könnte eine umfassende regionale Eskalation auslösen.



