Boote voller Migranten landen ungehindert an den Küsten Spaniens, besonders auf den Balearen und den Kanarischen Inseln. Allein Formentera – eine Insel mit kaum mehr als 11.000 Einwohnern – wird mittlerweile fast wöchentlich zum Ankunftspunkt für illegale Einwanderer aus Afrika. Der Begriff „Flüchtling“ hat längst jede klare Bedeutung verloren. Stattdessen dominiert ein politisch-medialer Euphemismus, der selbst die ungehemmte Einreise von Wirtschaftsmigranten als moralisches Gebot verkauft.

Doch der Realität auf den Inseln kann sich niemand entziehen: Überfüllte Notunterkünfte, überforderte Behörden und eine Bevölkerung, die zunehmend fassungslos zusieht, wie ihre Heimat zum Umschlagplatz für globales Elend wird. Während sich in Brüssel und Madrid Politiker auf Konferenzen mit Schlagworten wie „humanitäre Verantwortung“ und „multilaterale Lösungen“ überbieten, bleibt vor Ort nichts als Chaos. Auf El Hierro etwa trafen in nur drei Monaten fast 300 Menschen in nur vier Booten ein – sechs davon tot. Das sind keine Einzelfälle mehr, das ist Systemversagen.

2024 erreichten über 63.000 Migranten Spanien über See- und Landrouten – 12,5 % mehr als im Vorjahr. Allein über die Atlantikroute zu den Kanaren kamen über 46.000. Mehr als 10.000 Menschen starben oder gelten seitdem als vermisst. Doch statt diese Tragödien als Anlass zu nehmen, die Routen zu schließen und Schleppernetzwerke zu zerschlagen, werden neue Legalisierungsgesetze diskutiert. Seit 2021 hat Spanien bereits Hunderttausenden Aufenthaltsgenehmigungen erteilt. Bis 2027 könnten laut Regierungsplänen bis zu zwei Millionen illegale Migranten nachträglich legalisiert werden – ein demokratischer Offenbarungseid. Denn niemand hat die Spanier gefragt, ob sie das wollen.

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Überforderte Behörden

Die Folgen sind absehbar: In den Erstaufnahmezentren auf den Kanaren leben mittlerweile rund 6.000 unbegleitete Minderjährige. Die Behörden sind personell und logistisch überfordert, die Betreuung teilweise katastrophal. Kritiker sprechen bereits von einem „importierten Sozialkollaps“. Dennoch wird die Migrationspolitik nicht korrigiert, sondern beschleunigt. Man beruft sich auf Arbeitskräftemangel, demografischen Wandel, das Rentensystem – als sei massenhafte Einwanderung aus inkompatiblen Kulturkreisen die einzige Lösung.

Dabei warnen Experten seit Jahren: Was als Arbeitsmigration verkauft wird, endet oft in Arbeitslosigkeit, Parallelgesellschaften und sozialer Desintegration. Schon jetzt machen Ausländer 13 % der Erwerbstätigen aus, stellen aber einen überproportionalen Teil der Arbeitslosen. Fast 50 % der neu geschaffenen Stellen seit 2022 gingen an Migranten – was bedeutet das für junge Spanier auf Jobsuche? Die Frage stellt kaum noch jemand, denn sie gilt als politisch unkorrekt.

Doch der soziale Druck wächst. Immer mehr Lokalpolitiker schlagen Alarm – teils drastisch. Auf El Hierro sprachen Vertreter der Regionalregierung unlängst von einem „Kriegszustand“. Sie fordern Rückführungen, europäische Hilfe und vor allem eines: ein Ende der Untätigkeit. Aber die spanische Zentralregierung und die EU scheinen sich mit dem Kontrollverlust abgefunden zu haben – wenn nicht gar ihn billigend in Kauf zu nehmen.

Die ideologische Verblendung einer selbsternannten Wertegemeinschaft zerstört gerade nicht nur den inneren Frieden Spaniens, sondern auch die Souveränität eines europäischen Nationalstaates. Der Preis wird hoch sein. Nicht nur wirtschaftlich, sondern gesellschaftlich. Der Vertrauensverlust in den Staat ist bereits spürbar. Wenn Spanien nicht bald gegensteuert, droht eine Destabilisierung, die weit über das Mittelmeer hinaus wirkt.