Vier Tage nach der knappen Wahl am Sonntag, bei der nur noch eine Handvoll Stimmen ausgezählt werden müssen, habe das liberal-konservativ-rechte Bündnis 176 Sitze gewonnen, der linke Block 173 Sitze, wie die Wahlbehörde des Landes mitteilte. Eine Vier-Parteien-Oppositionskoalition unter der Führung von Ulf Kristersson von der Moderaten Sammlungspartei hat die Parlamentswahlen in Schweden offiziell gewonnen. "Ich werde mich nun an die Arbeit machen, eine neue Regierung zu bilden, die etwas bewirken kann, eine Regierung für ganz Schweden und alle Bürger", sagte Kristofferson vor Reportern. Ministerpräsidentin Magdalena Andersson hatte am Mittwoch ihre Niederlage eingeräumt. "Im Parlament haben sie einen oder zwei Sitze Vorsprung", sagte Andersson, Schwedens erste Premierministerin, auf einer Pressekonferenz. "Es ist eine knappe Mehrheit, aber es ist eine Mehrheit." Nachdem Schweden jahrelang mehr Migranten aufgenommen hat als jedes andere Land in Europa, hat es nun endlich eingesehen, dass es sie weder finanziell unterstützen noch zur Einhaltung seiner Gesetze zwingen kann, was die einst so gastfreundlichen Schweden in die Arme der wachsenden Anti-Einwanderungsbewegung treibt. Andersson räumte Anfang des Jahres ein, dass die Integration von Migranten "zu schlecht" und die mit der Durchsetzung der Ordnung beauftragte Gesellschaft "zu schwach" sei, nachdem es in zahlreichen Städten zu gewalttätigen Ausschreitungen gekommen war, die durch die Koranverbrennung eines antimuslimischen Politikers in der Öffentlichkeit ausgelöst wurden. Die Zahl der Einwanderer hat sich in den letzten 20 Jahren verdoppelt und macht heute ein Fünftel der schwedischen Bevölkerung aus - eine Zahl, die über 40 % der Schweden bei einer Umfrage im Jahr 2016 als zu hoch empfanden. Die Einwanderung ist nicht das einzige Thema, das die Wähler dazu gebracht haben könnte, die Sozialdemokraten nach acht Jahren an der Macht abzuwählen. Wie das übrige Europa steckt auch Schweden mitten in einer Wirtschaftskrise und könnte schon im nächsten Jahr in eine Rezession geraten. Auch der bevorstehende NATO-Beitritt Schwedens könnte so manchen Wähler vergrault haben.