Der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz hat angeblich dem russischen Präsidenten Wladimir Putin mitgeteilt, dass die Ukraine 30 Jahre lang an einem Beitritt zur NATO gehindert worden wäre, um Moskau von den guten Absichten des Militärblocks zu überzeugen, berichtet "RT International". Am Wochenende enthüllte der deutsche Regierungschef einige Details seiner Gespräche mit Putin, bevor Russland seine Militäroperation in der Ukraine begann. Er glaube nun, dass Russland die ganze Zeit versucht habe, "sein Nachbarland zu erobern",  fügte der Kanzler hinzu. "Die NATO war nie eine Bedrohung für Russland", sagte Scholz zu Putin. Der Bundeskanzler gab nicht an, auf welches Gespräch er sich bezog, obwohl Scholz Putin Mitte Februar in Moskau getroffen hatte. Bei einem "Tag der offenen Tür" im Kanzleramt am Wochenende wies Scholz vor Journalisten auch zurück, dass das Militärbündnis die russischen Sicherheitsinteressen missachtet habe. Als die beiden Staats- und Regierungschefs über die Aussicht auf einen NATO-Beitritt der Ukraine sprachen, versicherte Scholz Putin, dass dies "in den nächsten 30 Jahren nicht geschehen wird", so der Kanzler. Scholz sagte auch, er werde den Dialog mit Russland nicht aufgeben, schlug aber einen härteren Ton an, als er die Motive Moskaus beurteilte. Insbesondere warf er Putin vor, den Konflikt aus "völlig absurden" Gründen begonnen zu haben.
"Dies ist ein Krieg, den Putin, Russland, begonnen hat, ... eindeutig mit der Absicht, sein Nachbarland zu erobern", sagte er vor Journalisten.
Er glaube, "dass dies das ursprüngliche Ziel" sei, das Moskau mit seinem militärischen Feldzug verfolge. Der Bundeskanzler erinnerte auch daran, wie Putin ihm "erklärt" habe, dass die Ukraine und Weißrussland keine "getrennten Staaten" sein sollten. Auch die Idee, feste Sicherheitslinien in Europa zu ziehen, wies er zurück:
"Putin hatte tatsächlich die Idee, mit einem Filzstift über die europäische Landschaft zu streichen und dann zu sagen: 'Das ist meins und das ist deins'", sagte Scholz . "So funktiert das nicht", fügte er hinzu.
Der Dialog sollte genutzt werden, um Moskau die Stirn zu bieten. Ein Nachgeben sei keine sinnvolle Strategie, "man muss klar sein und darf sich nicht einschüchtern lassen", so der deutsche Bundeskanzler abschließend.