Laut dem Vizekanzler werden die Energierechnungen in der nächsten Heizperiode in die Höhe schnellen. Anstatt günstiges Gas aus Russland, gibt es für die Deutschen Stromspartipps.
Die Deutschen sollten sich auf einen schwierigen Herbst und Winter einstellen, da die Preise in die Höhe schießen werden, da das Land auf die Unabhängigkeit von russischer Energie drängt, warnte der Vizekanzler und Chef des Wirtschaftsministeriums Robert Habeck am Freitag.
"Was die Unterstützung der Menschen angeht, die sie brauchen, habe ich klar gesagt, was vor uns liegt und was teilweise schon Realität ist... wir stehen vor einem sehr schwierigen Herbst und einem sehr harten Winter", sagte er laut "RIA Novosti". Habeck machte diese Vorhersage, als er eine neue Energiesparinitiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) vorstellte.
Berlin plant, russische Kohle und russisches Öl bis Ende des Jahres zu ersetzen und bis 2024 kein russisches Gas mehr zu importieren, und bemüht sich, alternative Energiequellen zu finden. Laut dem Vizekanzler sind die Energiepreise bereits jetzt extrem hoch und "viele Menschen werden in der kommenden Heizperiode deutlich höhere Rechnungen als üblich bekommen. Schon deshalb ist Energiesparen dringend notwendig und ich weiß, dass viele schon jetzt schauen, wo sie etwas sparen können, vor allem, wenn sie ohnehin auf jeden Cent achten müssen", sagte Habeck.
Neue Kampagne zynisch?
Die neue Initiative "80 Millionen gemeinsam für den Energiewandel" will die Menschen zum Energiesparen motivieren. Auf ihrer Website gibt sie Beispiele aus dem Alltag und Empfehlungen zum Energiesparen, darunter: regelmäßiges Abtauen des Gefrierschranks, Erhöhung der Kühlschranktemperatur auf 7°C, Verwendung von LED-Glühbirnen in Büros, Möglichkeiten zur Senkung des Wasserverbrauchs und der Heizung in Bad und Küche und so weiter.
"Wer Energie spart, hilft Deutschland, unabhängiger von russischen Importen zu werden und tut es auch dem Klima zuliebe", so Habeck.
Die weltweit turbulente Situation bei den Energiepreisen hat Deutschland hart getroffen. Die Verfügbarkeit russischer Energieträger auf dem Weltmarkt ist nach dem Beginn der Militäroperation Moskaus in der Ukraine und den Vergeltungssanktionen des Westens in Frage gestellt. Die Energiepreise trieben die jährliche Inflation in Europas größter Volkswirtschaft im Mai auf 7,9 % und damit auf den höchsten Stand seit fast 50 Jahren. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, stiegen die Energiepreise im vergangenen Monat um 38,3 % im Vergleich zum Vorjahr, während die Preise für Nahrungsmittel um 11,1 % zulegten.