Säbelrasseln im Südchinesischen Meer
Im Südchinesischen Meer brodelt es wieder. Nur Stunden nach einem Gespräch zwischen den Außenministern der USA und Chinas über Deeskalation in der Region, lässt Peking die Muskeln spielen. Mit massiven Militärübungen in dem umstrittenen Seegebiet setzt China ein unmissverständliches Zeichen seiner Ansprüche - und stellt die Bemühungen um Entspannung auf eine harte Probe.
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Contra24 RedaktionRedaktion

Die chinesischen Streitkräfte führten am Wochenende umfangreiche Manöver durch, die Aufklärung, Frühwarnung und Luft-See-Patrouillen umfassten. Besonders brisant: Die Übungen fanden in der Nähe des Scarborough-Riffs statt, eines fischreichen Gebiets, das sowohl von China als auch von den Philippinen beansprucht wird.
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Der Zeitpunkt dieser Machtdemonstration lässt aufhorchen. Erst am Freitag hatten sich der chinesische Außenminister Wang Yi und sein US-Amtskollege Antony Blinken in New York getroffen, um über Wege zur Vermeidung von Konflikten in der Region zu sprechen. Die Tinte unter etwaigen Vereinbarungen war kaum getrocknet, da donnerten schon die Motoren chinesischer Kampfjets über das umstrittene Meer.
Pekings Botschaft ist klar: China lässt sich von diplomatischen Gesprächen nicht von seinen territorialen Ansprüchen abbringen. Das Reich der Mitte beansprucht (genauso wie Taiwan und Vietnam) nahezu das gesamte Südchinesische Meer für sich - eine Position, die vom Internationalen Schiedsgericht in Den Haag 2016 als rechtswidrig eingestuft wurde. Doch China ficht das nicht an.
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Die USA und ihre Verbündeten in der Region reagieren mit eigenen Machtdemonstrationen. Australien und die Philippinen kündigten ihrerseits gemeinsame Übungen mit Japan, Neuseeland und den Vereinigten Staaten an. Ein gefährlicher Tanz auf dem Pulverfass des Pazifiks.
Experten warnen vor einer Eskalationsspirale. Ein Bericht eines Pekinger Thinktanks offenbart das Ausmaß der militärischen Präsenz: Jährlich verbringen Kriegsschiffe verschiedener Nationen über 20.000 Tage im Südchinesischen Meer, während mehr als 30.000 Militärflugzeuge den Luftraum durchkreuzen.
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Die Lage bleibt angespannt. Während Diplomaten um Worte ringen, sprechen die Waffen eine deutliche Sprache. Das Südchinesische Meer, eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt, droht zum Schauplatz einer gefährlichen Konfrontation zu werden. Die Frage ist nicht ob, sondern wann der nächste Zwischenfall die fragile Stabilität in der Region erschüttern wird.


