Russland-Sanktionen Ursache für EU-Dieselknappheit
Ein Rekordrückgang der Lagerbestände wird für den Winter erwartet, wenn die Nachfrage in der EU saisonal hoch ist.
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Contra24 RedaktionRedaktion

Nach Inkrafttreten des Exportverbots für russisches Erdöl und Erdölerzeugnisse wird in diesem Winter ein drastischer Einbruch der Dieselreserven in der EU erwartet, berichtete Bloomberg am Mittwoch.
Nach Schätzungen von Wood Mackenzie werden die Dieselreserven in Nordwesteuropa im Februar auf 210,4 Millionen Barrel sinken, den niedrigsten Stand seit 2011, während das drohende Embargo für russisches Rohöl, das für denselben Monat geplant ist, die Dieselpreise in die Höhe treibt.
"Der Rückgang im Februar wird aufgrund des Endes der russischen Importe erwartet, und das zu einer Zeit, in der die Nachfrage saisonal hoch ist", sagte der Chefanalyst von Wood Mackenzie, James Burleigh, und warnte davor, dass die Importe aus alternativen "Langstreckenquellen eingeschränkt werden könnten".
Diesel trägt zur Versorgung großer Teile der europäischen Wirtschaft bei, und mehr als ein Drittel davon kommt nach wie vor aus Russland. Da die EU inzwischen viel mehr Diesel benötigt, als sie produzieren kann, könnte sich die Situation aufgrund der jüngsten Streiks in französischen Raffinerien, die die Kraftstoffproduktion zum Stillstand gebracht haben, noch verschärfen.
Das Beratungsunternehmen wies darauf hin, dass anhaltende Störungen die Prognosen für die künftigen Lagerbestände noch weiter senken könnten, und sagte einen Rückgang der Reserven um fast 6 Millionen Barrel im Oktober voraus.
In der Zwischenzeit sind die Dieselpreise in der EU und in den USA bereits so stark gestiegen wie seit Monaten nicht mehr, und der Aufschlag des Kraftstoffs gegenüber Rohöl liegt weltweit weit über den saisonalen Normen.
Analysten warnen, dass der Anstieg der Dieselpreise die Inflation vor dem Winter antreibt und die Aussicht auf Versorgungsunterbrechungen, insbesondere in der EU, erhöht, wodurch das Risiko einer weltweiten Rezession zunimmt.


