Es gilt weltweit als gängige Praxis von Big Pharma. Man besticht Ärzte, Krankenhäuser und sogar Politiker, damit diese zugunsten des jeweiligen Pharmakonzerns (oder auch der gesamten Branche) handeln. Immer wieder wurden entsprechende Skandale aufgedeckt, in denen die Korruption zu massiven gesundheitlichen Schäden und sogar zum Tod von Medikamentenkonsumenten führte. In Russland könnte der Einfluss von Big Pharma jedoch bald schon massivst beschnitten werden. Zumindest wenn es nach Präsident Putin geht. So berichtet Tass:
Der russische Präsident Wladimir Putin hat ausländische Pharmafirmen dafür kritisiert, dass sie ihre Produkte über lokale medizinische Einrichtungen und über Ärzte in Russland vertreiben und dabei ihre großen Geldbeutel einsetzen. "Leider haben ausländische Pharmaunternehmen einige Leiter unserer medizinischen Einrichtungen und medizinisches Personal in 30 Regionen angezogen. Und sie drängten ihre Medikamente [auf den russischen Markt] und zahlten viel Geld dafür. Wir haben gesehen, dass sie in einem einzigen Fall 500 Millionen [Rubel] ausgegeben haben", sagte er bei einem Treffen mit Juri Tschichantschin, dem Leiter des Föderalen Finanzkontrolldienstes. Putin wies darauf hin, dass es solche Praktiken auch in der EU und weltweit gebe. "Sie tun es überall. Sie tun es in Europa und auch in Übersee. Das ist ihre Vorgehensweise", sagte er. Tschichantschin erklärte daraufhin, dass seine Behörde mit dem FSB zusammenarbeite, um die großzügige Bestechung durch Big Pharma auszumerzen.
Doch die Frage lautet, ob Putin auch dazu bereit ist, Extremmaßnahmen durchzudrücken, die den Kopf der Schlange in Moskau abtrennen wird. Dazu gehören auch jene Leute, die mit WHO-Chef Tedros in St. Petersburg beim SPIEF über die umstrittenen Covid-Impfungen und Maßnahmen für "künftige Pandemien" diskutierten. Die russischen Vertreter dort hängen eng mit dem WEF und der WHO zusammen - und letztere gilt als verlängerter Arm von Impfguru Bill Gates und Big Pharma. Und nicht nur das. Ein Kommentar aus Russland weist auch darauf hin, dass die Bestechung derzeit zumeist legal ist:
Putin forderte Maßnahmen gegen westliche Pharmaunternehmen, die unsere Ärzte bestechen. Zargrad untersuchte das Problem und fand heraus, dass diese Bestechung in den meisten Fällen völlig legal ist. Um die Situation zu ändern, muss man die Gesetze ändern. [...] Die Besonderheit Russlands liegt in der aktiven Beteiligung des Staates am Markt für medizinische Dienstleistungen. Es ist profitabler, einen großen Vertrag zu bekommen und sich zu entspannen, als mühsam mit den Ärzten zu arbeiten, obwohl auch das nicht vernachlässigt wird. Daher besteht unsere "Lieblingsform" der illegalen Zusammenarbeit von Pharmaunternehmen mit den Leitern von Institutionen und Beamten darin, den Sieg bei der Auktion zu sichern. So wurde zum Beispiel Ende 2019 der Chefarzt der republikanischen onkologischen Ambulanz des Gesundheitsministeriums der Republik Nordossetien-Alanien auf frischer Tat ertappt, als er eine Bestechung in besonders großem Umfang erhielt. Wenige Tage zuvor wurde der Chefarzt des Regionalen Onkologiezentrums Pensa zu fünf Jahren Haft verurteilt (ebenso wie der Direktor des Pharmaunternehmens, das ihn bestochen hatte). Es gibt noch weitere Präzedenzfälle, viele davon. [...] Natürlich betrifft das von Tschichantschin und Putin angesprochene Problem nicht nur westliche Unternehmen - die einheimische Pharmaindustrie hat die schlimmsten Angewohnheiten ihrer "großen Brüder" übernommen und geht mit dem medizinischen Personal nicht weniger erfolgreich um.
Wie man also sieht, ist das Problem deutlich tiefgreifender als es auf den ersten Blick scheint. Es ist gut und wichtig, dass mit Wladimir Putin der Präsident eines wichtigen und großen Landes die Problematik anspricht - doch werden nur kosmetische Maßnahmen durchgeführt, oder kommt eine umfassende und radikale Reform im russischen Gesundheitswesen?