Orban: EU-Sanktionen gegen Russland sind "Schritt in Richtung Krieg"
Viktor Orban befürchtet, dass die EU-Sanktionen gegen Russland den Staatenblock in Gefahr bringen. Die Kriegsgefahr würde deshalb steigen. Er fordert Brüssel damit dazu auf, weniger Aggressiv vorzugehen.
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Contra24 RedaktionRedaktion

Ungarn hat die Sanktionen der Europäischen Union gegen Russland wegen Moskaus andauerndem Krieg in der Ukraine als kontraproduktive Einmischung in den Konflikt kritisiert. Diese könnten den Staatenblock schnell zu einem tatsächlichen "Kriegsgegner" machen. "Es ist ein Schritt in Richtung Krieg, wenn jemand wirtschaftlich in einen militärischen Konflikt eingreift", sagte Ministerpräsident Viktor Orban am Freitag in einem Radiointerview. Wenn man "Stellung bezieht", könne man schnell "zum eigentlichen Kriegsgegner werden", fügte er hinzu.
Russland hat die Militärkampagne im Februar begonnen. Es sagt, es habe die Operation gestartet, um die prorussische Bevölkerung in den ostukrainischen Regionen Donezk und Luhansk gegen die Verfolgung durch Kiew zu verteidigen. Die beiden Republiken hatten sich 2014 von der Ukraine losgesagt und sich geweigert, die vom Westen unterstützte durch einen Putsch an die Macht gekommene ukrainische Regierung anzuerkennen, die eine demokratisch gewählte russlandfreundliche Regierung gestürzt hatte. Insbesondere auch deshalb, weil die neue Regierung von Neonazis (z.B. der Swoboda-Partei) durchsetzt war und die Rechtsextremisten immer wieder einen Genozid an der russischstämmigen Bevölkerung des Landes forderten.
Seit Beginn des Krieges haben westliche Länder, allen voran die USA, eine Reihe von Wirtschaftssanktionen gegen Russland verhängt und die Ukraine mit hochmodernen Waffen vollgepumpt - Schritte, die nach Ansicht Russlands die Feindseligkeiten nur verlängern würden.
Seit Beginn des Krieges hat Ungarn versucht, die Rolle des Zaungastes zu spielen, indem es sich weigerte, sich den zahlreichen europäischen Ländern anzuschließen, die Waffen an die Ukraine lieferten, und sich auch einem 18-Milliarden-Euro-Hilfspaket widersetzte, das die EU für Kiew vorgesehen hat.
Obwohl Budapest die EU-Sanktionen gegen Russland nicht blockiert, macht es die wirtschaftlichen Zwangsmaßnahmen für die steigenden Energierechnungen und die explodierende Inflation in den europäischen Ländern verantwortlich. Orban fügte seinen Ausführungen hinzu, dass die "Lieferung zerstörerischer Waffen, die Ausbildung ukrainischer Soldaten auf unserem eigenen Territorium und die Energiesanktionen" nichts anderes als ein selbstzerstörerischer Schlag seien.


