Österreich: Preisexplosion bei Schweinefleisch
Jeder vierte Schweinehalter in Oberösterreich steht vor dem Konkurs, so der Leiter der oberösterreichischen Schweinebörse.
C
Contra24 RedaktionRedaktion

Die österreichischen Preise für Schweinefleisch sind in weniger als zwei Monaten um 40 % gestiegen, wobei die verkauften Mengen allein im Mai um 20 % gesunken sind, da die Verbraucher sich für billigere Waren wie Reis, Nudeln und Kartoffeln entschieden haben, berichtet die österreichische Zeitung "Wochenblick".
"Ich bin seit über 30 Jahren in der Branche und habe noch nie so viele kritische Zustände erlebt", sagte Schweineboerse-Chef Johann Schlederer in einem Interview mit den Medien. "Was den Bauern am meisten weh tut, ist das tägliche Bashing."
Immer weniger Verbraucher greifen aufgrund der steigenden Lebenshaltungskosten zu hochwertigem Schweinefleisch, was rund 500 von 2.000 Betrieben an den Rand des Konkurses treibt.
Der Preisanstieg wird auf ineffiziente Maßnahmen zurückgeführt, die die Behörden ergriffen haben, um die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie abzufangen. Der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine sowie der Druck durch die Sanktionen haben die derzeitige Krise noch verschärft und die Preise für Rohstoffe, Düngemittel und Kraftstoffe auf Rekordhöhen steigen lassen.
Letzte Woche verabschiedeten die Staats- und Regierungschefs der EU ein sechstes Paket von Sanktionen gegen Russland, das auch ein Ölembargo beinhaltet. Die Mitgliedstaaten haben sechs Monate Zeit, um die Einfuhr von russischem Rohöl auf dem Seeweg oder über Pipelines zu stoppen, und acht Monate, um den Kauf von raffinierten Erdölerzeugnissen zu beenden.
Eine Entspannung ist nicht in Sicht, im Gegenteil, ein Anstieg der Inflation und somit noch höhere Preise für Waren aller Art sind vorprogrammiert.


