Öl-Sanktionen: Berlin und Brandenburg droht Benzinknappheit
Im Osten des Landes könnte das Benzin knapp werden, wenn die EU russisches Öl verbietet, warnt Wirtschaftsminister Habeck.
C
Contra24 RedaktionRedaktion

Der Osten Deutschlands wird mit Benzinknappheit konfrontiert, wenn die EU ein Embargo gegen russisches Öl beschließt, warnte der grüne Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck am Mittwoch in einem Fernsehinterview. Die EU-Länder bereiten sich darauf vor, über einen Vorschlag abzustimmen, der vorsieht, russisches Rohöl innerhalb von sechs Monaten und raffinierte Produkte bis Ende des Jahres aus dem Verkehr zu ziehen. Die Maßnahmen sind Teil der jüngsten Sanktionen gegen Moskau im Zusammenhang mit der Ukraine.
"Es ist leider nicht auszuschließen, dass es tatsächlich zu Engpässen kommen wird", sagte Habeck dem Sender RTL. "Es kann eine kurze Phase geben, in der das Öl knapp ist und damit auch die Verfügbarkeit von Treibstoff", so Habeck weiter, der jedoch versicherte, dass die Regierung daran arbeite, dass dies nicht passiere. Die Frage die sich dabei jedoch stellt, ist, wer dann schon raffiniertes Öl liefert, wenn durch das Embargo wohl mehrere Raffinierien (vorübergehend) stillgelegt werden müssen. Immerhin sind die jeweiligen Raffinierien auf spezielle Ölmischungen ausgelegt und können nicht einfach so auch andere Ölsorten verwerten.
Der östliche Teil Deutschlands wird von der Raffinerie Schwedt versorgt, die ausschließlich mit russischen Importen betrieben wird. Sie ist eine der größten Rohölverarbeitungsanlagen in Deutschland und liefert 90 Prozent des in Berlin und Brandenburg verbrauchten Benzins, Diesels und Heizöls. Wenn das Embargo genehmigt wird, muss die Raffinerie möglicherweise geschlossen werden, berichtete die Deutsche Welle (DW) am Montag.
Seit Beginn der russischen Militäroperationen in der Ukraine Ende Februar hat Deutschland seinen Anteil an den Ölimporten aus Russland von 35 auf 12 Prozent gesenkt, was dem Bestreben der EU entspricht, sich von russischen Energielieferungen zu lösen.


