Neuer Höchststand beim globalen Kohleverbrauch
Die Energiesanktionen gegen Russland, die Abkoppelung Europas vom russischen Erdgas und die globale Energiekrise haben dazu geführt, dass der Verbrauch von Kohle zur Energiegewinnung in diesem Jahr deutlich ansteigt. Keine guten Nachrichten für die Klimafanatiker.
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Contra24 RedaktionRedaktion

Laut einem neuen Bericht der IEA wird die weltweite Kohlenachfrage im Jahr 2022 nur geringfügig ansteigen, aber dennoch ausreichen, um sie inmitten der Energiekrise auf ein Allzeithoch zu treiben. Der Bericht prognostiziert, dass der weltweite Kohleverbrauch in den folgenden Jahren auf einem ähnlichen Niveau bleiben wird, wenn keine stärkeren Anstrengungen unternommen werden, um den Übergang zu "grüner" Energie zu beschleunigen.
Laut Coal 2022, dem jüngsten jährlichen Marktbericht der IEA über den Sektor, wird der weltweite Kohleverbrauch bis 2022 um 1,2 Prozent steigen und damit zum ersten Mal die Marke von 8 Milliarden Tonnen in einem einzigen Jahr überschreiten. Damit wird der bisherige Rekord aus dem Jahr 2013 übertroffen. Ausgehend von den aktuellen Markttrends prognostiziert der Bericht, dass der Kohleverbrauch bis 2025 auf diesem Niveau stagnieren wird, da die Rückgänge in den reifen Märkten durch die anhaltend robuste Nachfrage in den asiatischen Schwellenländern ausgeglichen werden. Das bedeutet, dass Kohle weiterhin die mit Abstand größte Einzelquelle für Kohlendioxidemissionen im globalen Energiesystem sein wird. Eine Nachricht, die vor allem die Klimafanatiker erschüttern dürfte.
Höhere Erdgaspreise im Zuge der globalen Energiekrise haben zu einer stärkeren Abhängigkeit von der Kohle bei der Stromerzeugung geführt. Das nachlassende Wirtschaftswachstum hat allerdings gleichzeitig zu einem Rückgang der Stromnachfrage und der Industrieproduktion geführt. Gleichzeitig hat die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien einen neuen Rekordwert erreicht. In China, dem größten Kohleverbraucher der Welt, trieben laut dem Report eine Hitzewelle und eine Dürre die Kohleverstromung im Sommer in die Höhe.
"Die Welt steht kurz vor dem Höhepunkt der Nutzung fossiler Brennstoffe, wobei die Kohle als erstes zurückgehen wird, aber wir sind noch nicht am Ziel", sagte Keisuke Sadamori, Direktor für Energiemärkte und -sicherheit bei der IEA. "Die Nachfrage nach Kohle ist hartnäckig und wird in diesem Jahr wahrscheinlich ein Allzeithoch erreichen, was die weltweiten Emissionen in die Höhe treibt. Gleichzeitig gibt es viele Anzeichen dafür, dass die heutige Krise den Einsatz von erneuerbaren Energien, Energieeffizienz und Wärmepumpen beschleunigt - und dies wird die Kohlenachfrage in den kommenden Jahren dämpfen. Die Politik der Regierungen wird entscheidend sein, um einen sicheren und nachhaltigen Weg in die Zukunft zu gewährleisten."
Der internationale Kohlemarkt blieb auch im Jahr 2022 angespannt, und die Nachfrage nach Kohle für die Stromerzeugung dürfte einen neuen Rekord erreichen. Die Kohlepreise stiegen im März und dann noch einmal im Juni auf ein noch nie dagewesenes Niveau, was auf die Belastungen durch die globale Energiekrise zurückzuführen ist, insbesondere auf die sprunghaft gestiegenen Erdgaspreise und die ungünstigen Wetterbedingungen in Australien, einem wichtigen internationalen Lieferanten. In Europa, das durch die starke Drosselung der Erdgaslieferungen durch Russland stark betroffen ist, wird der Kohleverbrauch das zweite Jahr in Folge steigen. Es wird jedoch seitens der IEA-Experten erwartet, dass die europäische Kohlenachfrage bis 2025 unter das Niveau von 2020 fallen wird.
Die drei größten Kohleproduzenten der Welt - China, Indien und Indonesien - werden im Jahr 2022 alle einen Produktionsrekord erreichen. Der Bericht stellt jedoch fest, dass es trotz hoher Preise und komfortabler Gewinnspannen für die Kohleproduzenten keine Anzeichen für einen Anstieg der Investitionen in exportorientierte Kohleprojekte gibt. Dies spiegelt die Vorsicht der Investoren und Bergbauunternehmen hinsichtlich der mittel- und langfristigen Aussichten für Kohle wider. Hinzu kommt, dass viele Finanzunternehmen mittlerweile keine Investitionen in fossile Energien mehr unterstützen, weil der Druck der Klimafanatiker immer stärker wird.
In den fortgeschrittenen Volkswirtschaften wird die Kohlenachfrage in den kommenden Jahren voraussichtlich zurückgehen, da erneuerbare Energien die Kohle bei der Stromerzeugung zunehmend verdrängen. In den asiatischen Schwellen- und Entwicklungsländern wird die Kohlenutzung jedoch zunehmen, um das Wirtschaftswachstum anzukurbeln, auch wenn sie mehr erneuerbare Energien einsetzen. Die Entwicklungen in China, dem größten Kohleverbraucher der Welt, werden sich in den kommenden Jahren am stärksten auf die weltweite Kohlenachfrage auswirken, aber auch Indien wird eine wichtige Rolle spielen.


