Nach Wahldebakel in Sachsen und Thüringen - Sprengt die FDP die Ampel?
Sachsen und Thüringen haben gewählt. AfD, CDU und BSW haben zusammen jeweils mehr als 70 Prozent der Wähler für sich gewinnen können. Die Ampel-Parteien spielen politisch faktisch keine Rolle mehr. Und die FDP? Die läuft unter "ferner liefen" und wurde pulverisiert. Nun könnten die Freidemokraten die Ampel sprengen.
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Contra24 RedaktionRedaktion

Ein Kommentar von Marco Maier
Zieht die Bundesrepublik in Neuwahlen? Zumindest bei der FDP scheint man darauf zu hoffen, mittels Auflösung der bei der Bevölkerung mittlerweile absolut unbeliebten Ampel-Koalition noch ein paar Pluspunkte zu ergattern. Denn ungeachtet der vorhersehbaren totalen Wahlkatastrophe für SPD, Grüne und FDP will man seitens der Sozialdemokraten und der (mittlerweile olivgrünen) Ökopartei keine Konsequenzen ziehen. Der gerade-noch-Einzug der SPD in beide Landtage dürfte wohl auch auf Mitleidsstimmen zurückzuführen sein - von enttäuschten Sozialdemokraten, die der CDU zumindest eine weitere Koalitionsoption ermöglichen wollten. Ähnlich sieht es beim sehr knappen Ergebnis für die Grünen in Sachsen aus. Die höhere Wahlbeteiligung weist zumindest darauf hin, dass die Anti-AfD-Fraktion zumindest noch einige Wähler mobilisieren konnte.
https://twitter.com/c_vogt/status/1830303022960009415
Doch insbesondere bei der FDP, wo es schon seit längerer Zeit rumort, führt das äußerst katastrophale Ergebnis langsam aber sicher zu einer parteiinternen Revolte. Mit dem FDP-Bundesvorstand und Fraktionsvorsitzenden der schleswig-holsteinischen FDP Christopher Vogt kommt nun eine weitere gewichtige Stimme der Liberalen hinzu, die einen Schlussstrich unter das rot-grün-gelbe Experiment auf Bundesebene ziehen will. Der "Bild"-Zeitung sagt er: "Das Signal der Bürgerinnen und Bürger ist doch eindeutig: Es braucht jetzt in Berlin dringend einen klaren Kurswechsel in der Migrations- und auch in der Wirtschaftspolitik. Allerdings schwindet meine Hoffnung, dass dies mit den Grünen und Teilen der SPD möglich ist." Für seine Partei seien die Wahlergebnisse eine Katastrophe, weshalb ein "Weiter so" für ihn "keine Option" mehr sein könne.
https://twitter.com/KubickiWo/status/1830278343050080297
FDP-Vize Wolfgang Kubicki, der sich schon in den letzten Monaten kein Blatt vor den Mund nahm, was die desolate Lage der Ampel anbelangt, verkündete gestern jedenfalls, dass die Dreierkoalition ihre "Legitimation verloren" habe. "Wenn ein beträchtlicher Teil der Wählerinnen und Wähler in dieser Art und Weise die Zustimmung verweigert, muss das Folgen haben." Die Menschen hätten den Eindruck, diese Koalition schade dem Land. "Und sie schadet definitiv der Freien Demokratischen Partei", erklärte er auf X.
https://twitter.com/KubickiWo/status/1830278345889546334
Doch hat FDP-Chef Christian Lindner überhaupt die "Cojones", um einen solchen Schritt zu wagen? Klar, das Risiko, aus dem Bundestag zu fliegen ist angesichts der aktuell schwachen Umfragewerte von vier bis fünf Prozent groß - doch wenn man jetzt noch ein Jahr so "weiterwurstelt", droht den Liberalen ein weitaus größeres Fiasko. Schon jetzt können die Ampel-Parteien in den Umfragen nicht einmal mehr ein Drittel der Wähler für sich gewinnen. Wie soll das erst in einem Jahr aussehen, wenn die Werte nur eine Richtung kennen - und zwar nach unten?
https://twitter.com/marcfriedrich7/status/1830345194429919709
Die Ampel ist am Ende. Zumindest in der FDP scheinen das einige führende Politiker mittlerweile realisiert haben, während sich jene bei der SPD und den Grünen bislang weitestgehend in einer totalen Realitätsverweigerung üben.

