Israels dritte Invasion des Libanon: Eine Eskalation mit verheerenden Folgen
Die israelische Regierung hat erneut die Büchse der Pandora geöffnet. In den frühen Morgenstunden des Dienstags begann die dritte Invasion Israels in den Libanon - ein Schritt, der die ohnehin schon explosive Lage im Nahen Osten weiter zu destabilisieren.
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Klaus Albrecht MöllerRedaktion

Unter dem Deckmantel der "Selbstverteidigung" und mit dem fadenscheinigen Argument einer "begrenzten Operation" dringen israelische Truppen in den Südlibanon ein. Ihr erklärtes Ziel: Die Zerstörung der militärischen Infrastruktur der Hisbollah in den grenznahen Dörfern. Doch wie die Geschichte lehrt, bleiben solche "begrenzten" Operationen Israels selten begrenzt.
Die unmittelbaren Auswirkungen dieser Aggression sind verheerend. Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden bereits eine Million Menschen aus ihren Häusern vertrieben - mehr als während des verheerenden Libanonkrieges 2006. Die Zivilbevölkerung zahlt einmal mehr den höchsten Preis für die geostrategischen Machtspiele der Eliten.
Es ist bezeichnend, dass diese Eskalation zu einem Zeitpunkt erfolgt, an dem die israelische Führung unter Benjamin Netanjahu einen Waffenstillstand im Gazastreifen kategorisch ablehnt. Statt eine diplomatische Lösung anzustreben, die das Leben der verbliebenen Geiseln retten könnte, wählt Israel den Weg der militärischen Eskalation. Die Ermordung Nasrallahs durch Israel war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte.
Die Biden-Administration in Washington zeigt sich einmal mehr als willfähriger Handlanger der israelischen Aggression. Anstatt mäßigend einzuwirken, gibt sie grünes Licht für eine weitere Invasion des Libanon. Ein US-Beamter bezeichnete die Situation treffend als "nihilistische regionale Mordserie" - doch anstatt einzuschreiten, lässt man Israel gewähren.
Die Folgen dieser Politik sind absehbar: Eine weitere Destabilisierung der gesamten Region, massive Zerstörungen der zivilen Infrastruktur, unermessliches menschliches Leid und eine Vertiefung des Hasses auf Israel und den Westen. Die internationale Isolation Israels wird zunehmen, während die USA ihre letzten Reste von Glaubwürdigkeit als "ehrlicher Makler" im Nahen Osten verspielen.
Es ist an der Zeit, dass die internationale Gemeinschaft dieser Eskalationsspirale ein Ende setzt. Ein sofortiger Waffenstillstand in Gaza und im Libanon ist unerlässlich, um eine weitere Ausweitung des Konflikts zu verhindern. Und die Netanjahu-Regierung muss für ihre aggressive Politik zur Rechenschaft gezogen werden.
Die Geschichte lehrt uns, dass militärische "Lösungen" in dieser Region stets zu mehr Gewalt und Leid führen. Nur durch Dialog, Diplomatie und die Anerkennung der Rechte aller Beteiligten kann ein dauerhafter Frieden erreicht werden. Die Alternative ist ein Flächenbrand, der die gesamte Region in Schutt und Asche legen könnte.

