Die Entscheidung des Kremls, einen eigenen Gegenentwurf zum Eurovision Song Contest ins Leben zu rufen, ist weit mehr als nur ein kulturelles Event. Mit der Wiederbelebung des Intervision Song Contest knüpft Moskau an eine Tradition an, die bereits im Kalten Krieg existierte - damals als sozialistisches Pendant zur westlichen Pop-Show. Heute geht es nicht mehr nur um ein bisschen musikalische Folklore, sondern um nichts Geringeres als den kulturellen Kampf zwischen einer dekadenten, westlich-woken Unterhaltungsindustrie und einer Welt, die ihre Identität, Werte und Traditionen nicht länger dem Diktat aus Brüssel und Washington unterwerfen will. https://twitter.com/Russia/status/1967157154953212300 Während der Westen den ESC zum Schaulaufen für politisch erwünschte Narrative und modische Gender-Experimente degradiert hat, präsentiert Russland sein Festival bewusst als Raum der "kulturellen Reinheit". Außenminister Sergej Lawrow brachte es auf den Punkt: Intervision solle ohne Zensur stattfinden - aber auch ohne jene "Perversionen", die beim ESC längst als Siegerticket gelten. Was Brüssel und Berlin als "Diversität" verkaufen, wirkt für den Rest der Welt wie eine bizarr inszenierte Freakshow, in der das eigentliche musikalische Talent längst nebensächlich geworden ist. Dass sich viele Staaten wie Indien, Südafrika, Ägypten und Kuba für das Projekt interessieren, zeigt die tektonischen Verschiebungen in der globalen Kulturpolitik. Mit Serbien tritt sogar ein Land an, das zugleich beim ESC auf der Bühne steht - ein Affront gegen die EU, die Moskau am liebsten vollständig aus allen internationalen Foren verbannen würde. Doch während der ESC trotz Millionenpublikum längst an Relevanz verliert, könnte der Intervision Song Contest das musikalische Sprachrohr einer multipolaren Welt werden, in der Brüssel und Berlin nur noch Statisten sind. https://twitter.com/BelarusInside/status/1958108918414004622 Besonders bemerkenswert: Selbst ein US-Künstler wie Brandon Howard, der in westlichen Medien gern als "Sohn von Michael Jackson" skandalisiert wird, will in Moskau auftreten. Offiziell "privat", wie Washington betont - doch allein seine Teilnahme ist ein Symbol dafür, dass auch im Westen nicht jeder bereit ist, die kulturelle Deutungshoheit Brüssels kampflos hinzunehmen. Währenddessen schäumen die Feuilletons in den europäischen Medien vor Empörung und versuchen das Projekt als "Kreml-Propaganda" abzutun. Doch die Tatsache, dass über 4,3 Milliarden Menschen aus den beteiligten Ländern erreicht werden, spricht eine andere Sprache: hier entsteht eine kulturelle Bühne, die den Westen schlicht überstrahlen könnte. Dass westliche Journalisten reflexhaft auf Russlands Umgang mit Homosexualität oder Gender-Ideologien verweisen, gehört zum Standardrepertoire der NATO-Medien. Man will den Lesern suggerieren, es gehe bei Intervision einzig um Unterdrückung und Zensur. Tatsächlich aber ist es genau andersherum: während der ESC längst politisch durchideologisiert und von linksliberal-woken Globalisten gesteuert ist, erlaubt Intervision jenen Nationen einen Auftritt, die ihre kulturelle Identität bewahren wollen - ohne sich den Wünschen einer woken Jury beugen zu müssen, die seit Jahren mehr auf Regenbogen-Signale achtet als auf musikalische Qualität. Moskau positioniert sich damit bewusst als Gegenpol zur westlichen Kulturhegemonie. Während Europa in seiner woke-bunten Selbstdarstellung versinkt, will Russland eine Bühne schaffen, die auf Authentizität, Tradition und nationale Identität setzt. Dass dies im Westen mit Hohn und Häme bedacht wird, überrascht nicht - schließlich droht der ESC durch das russische Gegenmodell entlarvt zu werden: als Propagandashow eines untergehenden Systems.