Mit der russischen Invasion in die Ukraine wächst auch die globale Lebensmittelunsicherheit. Immerhin sind beide Länder zusammen für rund ein Viertel der weltweiten Weizenexporte verantwortlich. Und nicht nur das: auch bei anderen Nahrungsmittelrohstoffen wie Mais, Sonnenblumenöl und dergleichen spielen die beiden Länder eine wichtige globale Rolle. Im Jahr 2020 war Russland sogar zum ersten Mal in der Geschichte ein Netto-Lebensmittelexporteur. Insgesamt wurden, so die Moscow Times, in diesem Jahr 79 Millionen Tonnen an Getreide, Fleisch, Fisch, Gemüse und Milchprodukten im Gesamtwert von 30,7 Milliarden Dollar ins Ausland verkauft. Doch mit dem Krieg in der Ukraine und der sich weiter drehenden Sanktionsspirale wächst auch die Angst vor großen Ernteausfällen und Exportbehinderungen. In einem Bericht von yahoo! heißt es dazu:
Wie der ungarische Landwirtschaftsminister am Freitag gegenüber dem Fernsehsender RTL erklärte, wird Ungarn die Ausfuhr von Getreide verbieten. Auch Argentinien und die Türkei haben diese Woche Schritte unternommen, um ihre Kontrolle über lokale Produkte zu verstärken. Und Moldawien, wenn auch nur ein kleiner Lieferant, hat die Ausfuhr von Weizen, Mais und Zucker ab diesem Monat vorübergehend gestoppt. Protektionistische Maßnahmen - die bereits in den letzten Jahren zugenommen haben, als die Covid-19-Pandemie Sorgen um die lokale Versorgung und hohe Preise auslöste - könnten weitere schlechte Nachrichten für den weltweiten Lebensmittelhandel bedeuten. Der Krieg in der Ukraine hat die Getreidelieferungen aus einem Großteil der wichtigen Schwarzmeerregion zum Stillstand gebracht und die Angst vor Engpässen bei Getreide und Sonnenblumenöl verstärkt.
Es ist zu erwarten, dass diese protektionistischen Maßnahmen die Lebensmittelpreise zusätzlich ansteigen lassen. Ein weiterer Preistreiber sind die steigenden Energie- und Düngemittelpreise. Diese verteuern die Produktion, Verarbeitung und Verteilung.