In einer Entwicklung, die selbst George Orwell's düsterste Neusprech-Fantasien in den Schatten stellt, plant die Finanzindustrie nun, das Geschäft mit Tod und Zerstörung als "nachhaltige Investition" zu vermarkten. Die Rüstungsindustrie, deren Produkte für unzählige Tote und unermessliches Leid verantwortlich sind, soll plötzlich das Etikett der Nachhaltigkeit erhalten. Ein zynischerer Missbrauch des Konzepts der Nachhaltigkeit ist kaum vorstellbar.
Die Architekten dieses moralischen Bankrotts argumentieren, dass Waffenhersteller zur "Verteidigung der Demokratie" beitragen und somit eine Schlüsselrolle für die "soziale Nachhaltigkeit" spielen. Diese perverse Logik ignoriert völlig die verheerenden Auswirkungen von Kriegen auf Mensch und Umwelt. Bomben und Raketen hinterlassen verwüstete Landschaften, vergiftete Böden und zerstörte Ökosysteme - von den Millionen zerstörter Menschenleben ganz zu schweigen.
Dieses "Greenwashing" des Kriegsgeschäfts ist nichts anderes als ein zynischer Versuch der Finanzindustrie, sich einen größeren Anteil am lukrativen Rüstungsmarkt zu sichern. Indem man Waffen als "nachhaltig" deklariert, öffnet man die Tür für Investitionen aus Fonds, die sich bisher auf echte nachhaltige Projekte (von denen es auch einige gibt) konzentriert haben. Es ist eine perfide Strategie, um das Blutgeld der Kriegsprofiteure salonfähig zu machen.
Die Heuchelei dieser Entwicklung wird noch deutlicher, wenn man bedenkt, dass viele dieser Finanzinstitute gleichzeitig vollmundig ihre Verpflichtung zu Umweltschutz und sozialer Verantwortung proklamieren. Doch anstatt in sogenannte "erneuerbare Energien" (die trotz massenhafter Subventionen einfach kaum rentabel sind), Bildung oder Gesundheitsversorgung zu investieren, wollen sie nun das Geschäft mit dem Tod als "nachhaltig" verkaufen.
Es ist höchste Zeit, dass die Öffentlichkeit gegen diesen moralischen Ausverkauf aufsteht. Wir müssen die wahre Natur dieser "nachhaltigen" Investments offenlegen und die Finanzindustrie zur Rechenschaft ziehen. Nachhaltigkeit bedeutet, eine lebenswerte Zukunft für kommende Generationen zu schaffen - nicht die Profite der Rüstungsindustrie zu maximieren. Genausowenig wie viele der "grünen" Investments in Wirklichkeit weit von einer wirklichen Nachhaltigkeit entfernt sind, ist es auch die Kriegswirtschaft.
Die Umdeutung von Kriegswaffen zu nachhaltigen Produkten ist der Gipfel des Zynismus in einer Welt, die ohnehin schon von Gier und Profitstreben dominiert wird. Es liegt an uns allen, diesen gefährlichen Trend zu stoppen und echte Nachhaltigkeit zu fordern - eine, die Leben schützt, anstatt es zu zerstören.


