EU droht ein weiterer Schock im Winter
Medienberichten zufolge sind die Diesellager im Vorfeld eines russischen Ölverbots auf einen gefährlich niedrigen Stand.
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Contra24 RedaktionRedaktion

Die Europäische Union geht mit saisonal niedrigen Dieselvorräten in den Lagertanks in den Winter, berichtete Reuters am Freitag und warnte vor großen Auswirkungen auf die Industrie und die Autofahrer des Kontinents angesichts der drohenden Sanktionen gegen russische Rohöl- und Raffinerielieferungen.
Die neuesten Daten von Wood Mackenzie zeigen, dass die Lagerbestände an Straßendiesel, Heizöl und anderen dieselbetriebenen Kraftstoffen in der Region im November auf den niedrigsten Stand seit Anfang 2011 sinken werden.
Einem Bericht von Reuters zufolge werden die aktuellen Preise mit einem Aufschlag auf die Preise für künftige Lieferungen gehandelt, was es für Händler unwirtschaftlich macht, Diesel zu lagern und einen Gewinn zu erzielen. "Niemand, der bei klarem Verstand ist, würde bei diesen Preisen Diesel in Tanks lagern", sagte ein ungenannter europäischer Händler der Nachrichtenagentur.
Die Situation verschlechtert sich, da der Markt aufgrund von Raffinerieausfällen in Österreich, das ebenso wie Deutschland und die Schweiz vor dem Winter Heizölvorräte anlegen will, bereits angespannt ist.
Die steigenden Erdgaspreise, die eine Umstellung auf Erdölprodukte für die Stromerzeugung begünstigen, könnten den Markt ebenfalls weiter verengen, warnt FGE Energy.
Die Internationale Energieagentur hob am Donnerstag ihre Prognose für das Wachstum der Ölnachfrage in diesem Jahr um 380.000 Barrel pro Tag (bpd) auf 2,1 Millionen bpd an und verwies dabei auf die Umstellung von Gas auf Öl.
Reuters wies unter Berufung auf Daten des Energieanalyseunternehmens Vortexa darauf hin, dass Europa bei der Deckung seines Dieselbedarfs weiterhin stark auf Russland angewiesen ist. Statistiken zufolge stammten im vergangenen Monat 60 % der Dieselimporte der Region auf dem Seeweg aus Russland.
Und da es keine Anzeichen dafür gibt, dass die Unternehmen im Vorfeld der Sanktionen Vorräte anlegen, erwarten die Händler, dass Europa einen Winterschock erleben wird", schrieb das Medienunternehmen. Ein anderer europäischer Händler wurde mit den Worten zitiert: "Wer weiß, was Ende dieses Jahres oder Anfang nächsten Jahres passieren wird - es sieht so aus, als ob es eine Zeit lang ein Gemetzel geben wird."
Die Europäische Union plant, ab Anfang Dezember kein russisches Rohöl mehr auf dem Seeweg zu kaufen und wird zwei Monate später alle Raffinerieprodukte aus Russland verbieten.


