Erdogan informiert Putin über Gespräche mit Selenskyj
Der türkische Präsident traf sich mit dem ukrainischen Staatschef und dem UN-Generalsekretär.
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Contra24 RedaktionRedaktion

Nach seinen trilateralen Gesprächen mit Wolodymyr Selenskyj und UN-Generalsekretär Antonio Guterres am Donnerstag in Lemberg hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan bekräftigt, dass Ankara als Vermittler auftreten will, um den Konflikt in der Ukraine so schnell wie möglich auf diplomatischem Wege zu beenden.
"Es geht darum, den kürzesten und fairsten Weg zum Verhandlungstisch zu finden", sagte Erdogan in der westukrainischen Stadt, wie die Nachrichtenagentur Anadolu zitiert. "Wir sind bereit, als Vermittler oder Mediator zu agieren, um die Verhandlungen auf der Grundlage der in Istanbul festgelegten Parameter wieder aufzunehmen."
Erdogan zufolge spürt die Welt bereits die "positiven Auswirkungen" eines am 22. Juli in Istanbul unterzeichneten Abkommens über Getreideexporte und bei den Gesprächen am Donnerstag hätten die Teilnehmer "die Möglichkeiten bewertet, die durch das Istanbuler Abkommen geschaffene positive Atmosphäre in einen dauerhaften Frieden umzuwandeln."
Erdogan sagte, er werde die Einzelheiten seiner Gespräche mit Selenskyj und Guterres mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin besprechen, gab aber nicht an, wann ein solches Treffen oder Telefonat stattfinden könnte.
Obwohl die Türkei Mitglied der NATO ist, hat sie Russland wegen des Konflikts in der Ukraine nicht sanktioniert. Erdogan, der seine Haltung zu dem Konflikt als "ausgewogen" bezeichnet, besuchte kürzlich Russland, wo er und Putin vereinbarten, ihre Handels- und Energiebeziehungen zu stärken und die Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terrorismus zu intensivieren.
Anfang Juli trafen sich die beiden Staatsoberhäupter auch in der iranischen Hauptstadt im Rahmen des sogenannten Astana-Friedensprozesses für Syrien.
Im Rahmen der Vereinbarung vom Juli kamen Vertreter der Ukraine, Russlands, der Vereinten Nationen und der Türkei überein, ein gemeinsames Koordinierungszentrum in Istanbul zu eröffnen, um die Lieferungen von Lebensmitteln und Düngemitteln aus der Ukraine zu überwachen und sichere Transitrouten für diese Lieferungen über das Schwarze Meer zu unterhalten.
Bereits im März standen Moskau und Kiew bei einem weiteren Treffen in Istanbul kurz davor, ihre Differenzen beizulegen, doch der Entwurf des Abkommens wurde nach Angaben des Kremls von ukrainischer Seite torpediert.


