Die EU-Kommission hat ein neues Notfallpaket mit Maßnahmen zur Senkung der Gaspreise und zur Sicherstellung der Energieversorgung im Winter vorgestellt. Zu den Maßnahmen gehören neue rechtliche Instrumente für den gemeinsamen Gaseinkauf, die es den EU-Mitgliedstaaten ermöglichen, bessere Preise auszuhandeln und das Risiko zu verringern, dass sie sich gegenseitig auf dem Weltmarkt überbieten. "Der gemeinsame Einkauf wird insbesondere kleineren Mitgliedstaaten und Unternehmen, die sich in einer ungünstigeren Situation als Käufer befinden, den Zugang zu Gasmengen zu besseren Bedingungen ermöglichen", heißt es in dem Dokument. Die Kommission schlägt auch eine gezielte Intervention in die Marktpreise für Gas vor. Sie übt Kritik an der wichtigsten europäischen Gasbörse, der niederländischen TTF, an der viele Gasverträge in Europa indexiert sind, weil sie "den Preis von LNG-Transaktionen in der EU ungenau widerspiegelt". Die Kommission plant die Entwicklung einer neuen ergänzenden Preisbenchmark", die für stabile und vorhersehbare Preise für LNG-Transaktionen sorgen wird". Bis die neue Benchmark entwickelt ist, will die Kommission einen Mechanismus einführen, der es der EU ermöglicht, die Preise an der Rohstoffbörse zu begrenzen. "Transaktionen zu einem Preis, der über dem dynamischen Limit liegt, würden an der TTF nicht zugelassen werden. Dies wird dazu beitragen, extreme Volatilität und überhöhte Preise zu vermeiden", erklärte die Kommission. Die Vorschläge beinhalten auch Maßnahmen, die es den EU-Mitgliedern ermöglichen würden, den Energieverbrauch weiter zu senken, um eine ausreichende Gasversorgung für wichtige Dienstleistungen und Industrien sicherzustellen. Darüber hinaus schlägt die Kommission vor, Standard-Solidaritätsregeln festzulegen, die sicherstellen, dass die Mitgliedstaaten im Falle eines Energie-Notfalls ihre Lieferungen untereinander aufteilen und dafür einen angemessenen Ausgleich erhalten. Energiekommissar Kadri Simson erklärte:
"Instrumente und Regeln, die uns bisher gute Dienste geleistet haben, reichen nicht mehr aus, um eine sichere und bezahlbare Energieversorgung zu gewährleisten. Um diese Krise wirksam zu bewältigen, müssen wir in der Lage sein, gemeinsam Gas zu kaufen, übermäßig hohe Preise anzugehen und die Solidarität zwischen unseren Mitgliedstaaten im Falle von Engpässen zu gewährleisten... Die heutigen Vorschläge sind notwendig, um uns besser auf diesen Winter und darüber hinaus vorzubereiten."
Die Vorschläge sollen auf dem EU-Gipfel am 20. und 21. Oktober erörtert werden.