Die heimlichen Gewinner der Ukraine-Krise
Kriege sind generell der Wirtschaft weniger dienlich. Leid und Tod sind keine gute Basis für Geschäfte. Es sei denn, man arbeitet im richtigen Business. Auch wenn es eigentlich kein Geheimnis ist, so gibt es eben doch heimliche Krisen- und Kriegsprofiteure. Dazu zählt auch die Rüstungsindustrie.
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Michael SteinerRedaktion

Jeder weiß, dass sich die Ukraine als von korrupten Kleptokraten und Oligarchen regiertes Land keine großen Waffenlieferungen leisten kann. Doch der Lage des riesigen Landes (nämlich vor der Haustüre Russlands) sei Dank gibt es diverse Interessengruppen, denen dieses Manko egal ist. Immerhin eignet sich die Ukraine perfekt für die Entfesselung eines geopolitischen Konfliktes. Deshalb gab es auch den Versuch der Orangenen Revolution und danach den Maidan-Putsch, der US-Marionetten und EU-Lakaien in Kiew an die Macht brachte und schlussendlich ein zerrissenes und gespaltenes Land schuf. Die jüngste Eskalation des russischen Einmarsches als Reaktion auf die ständige und akute Sicherheitsbedrohung stellt nun sozusagen ein "belebtes Business" für einen besonderen Unternehmenszweig dar: die Rüstungsindustrie.
Alleine im letzten Jahr haben beispielsweise die Vereinigten Staaten 90 Tonnen an Kriegsgerät und 650 Millionen Dollar an Militärhilfe für die Ukraine geleistet. Inzwischen wurden weitere 350 Millionen Dollar versprochen. Und die EU? Die hat bereits angekündigt, Waffen im Wert von 450 Millionen Euro für die Ukraine zu kaufen. Das Ende der Fahnenstange ist da aber noch lange nicht erreicht. Zudem ist das noch längst nicht alles: selbst das zuvor so zögerliche Deutschland hat angekündigt, die Rüstungsausgaben deutlich (und über das 2-Prozent-Ziel der NATO) erhöhen zu wollen. Andere NATO-Länder geraten ebenfalls unter Zugzwang, stecken mehr Geld (angesichts der zumeist doch sehr gespannten budgetären Lage natürlich mithilfe von mehr Schulden) in ihre Armeen.
Dies freut die Rüstungskonzerne und natürlich auch deren Aktionäre. Nicht umsonst haben die Aktien von Lockheed Martin, Raytheon oder auch BAE Systems seit dem Start der Invasion zugelegt, während viele andere Unternehmen mit Kursverlusten zu kämpfen haben. Immerhin leidet das Geschäft vieler Unternehmen unter den Sanktionen und Lieferengpässen, sowie wegen der steigenden Energiekosten. Die Rüstungsindustrie tangieren solche Dinge wenig, da sie einerseits steigende Kosten problemlos weitergeben kann (da die Regierungen ohnehin bezahlen) und sie zudem gerne bevorzugt behandelt wird. Hier geht es ja immerhin um die nationale Sicherheit, oder?
Krisenzeiten sind Wachstumszeiten für diese Branche und jede in der Ukraine abgeschossene Stinger- oder Javelin-Anti-Panzer-Rakete lässt das Bruttoinlandsprodukt der Vereinigten Staaten wachsen. Wunderbar, nicht? Auch die Türkei (als Drohnenlieferant für die Ukraine) und Israel (siehe Haaretz-Bericht hier) freuen sich natürlich über die ganzen Aufträge. Immerhin ist das ein Milliarden-Business, nicht?


