Stellen Sie sich vor, jemand organisiert Demonstrationen, sammelt dafür Spenden, nutzt das Geld für Plakate, Bühnen, Lautsprecher – und landet dafür 9 Monate in U-Haft. Nein, nicht in Teheran, nicht in Minsk, auch nicht in Moskau. In Stuttgart. Willkommen in Deutschland im Jahr 2025, wo es nicht darauf ankommt, was man tut – sondern gegen wen man demonstriert.
Michael Ballweg, Gründer der Querdenken-Bewegung, wurde am Freitag vom Vorwurf des Betrugs freigesprochen. Die zentrale Anklage, er habe sich an Spendengeldern bereichert, fiel in sich zusammen wie ein Soufflé im Backofen. Übrig geblieben ist ein bisschen Steuerkram (Nicht einmal 20 Euro Steuerhinterziehung!) – die Sorte von Vergehen, die bei Parteispendenskandalen gerne mal als „Buchungsfehler“ durchgewunken wird.
Doch Ballweg ist nicht die CDU. Und nicht die SPD. Und vor allem: Er ist nicht systemkonform. Und das ist in Deutschland gefährlicher als eine gefälschte Doktorarbeit oder ein volltrunkener Abgeordneter auf Steuerzahlertour.
Das Urteil ist ein Offenbarungseid für einen Staat, der politische Gegner nicht widerlegt, sondern wegsperrt. Ballweg hat mit Querdenken das gemacht, was man in einer Demokratie angeblich darf: demonstriert, debattiert, widersprochen. Dafür wurde er kriminalisiert, öffentlich diffamiert und medial hingerichtet. Und die Justiz hat bereitwillig mitgespielt.
Die 9 Monate Untersuchungshaft sind dabei kein Versehen – sie sind Teil des Plans. Wer nicht auf Linie ist, wird weichgekocht. Schon vor Prozessbeginn war Ballweg der „Scharlatan“, der „Sektenguru“, der „Corona-Leugner“. Und während bei echten Schwerverbrechern gerne mal der Haftbefehl ausgesetzt wird, um „Verhältnismäßigkeit“ zu wahren, ließ man Ballweg sitzen. Aus Prinzip.
Dass er nun beim Hauptvorwurf freigesprochen wurde, ist kein Freispruch für die Justiz – es ist ein Armutszeugnis für ein System, das sich selbst „liberal“ nennt, aber den Meinungsgegner behandelt wie einen Mafioso. Nicht einmal der Stern, sonst selten zimperlich bei der Bewertung der Querdenker-Bewegung, konnte die Peinlichkeit ganz weglächeln.
Und die Bild bringt es für einmal auf den Punkt: War der Prozess politisch motiviert? Die Antwort ist so offensichtlich, dass man sie eigentlich nicht mehr stellen müsste. Aber gut, vielleicht muss man heutzutage alles noch einmal aussprechen – auch das, was früher selbstverständlich war: Dass man Menschen nicht einsperrt, nur weil sie eine andere Meinung haben.
Was bleibt, ist nicht die Schuld Ballwegs, sondern die Schuld eines Staatsapparats, der seine Gegner lieber verfolgt als versteht. Ein Mann, der keine Waffen trug, niemanden bedrohte, keinen Cent nach Dubai verschob, wurde behandelt wie ein Verbrecher. Und das von einer Justiz, die sonst bei "kulturellen Missverständnissen" gern mal ein Auge zudrückt.
Wer jetzt sagt: „Ja, aber Ballweg ist doch...“ – der hat nichts verstanden. Es geht nicht um Ballweg. Es geht darum, ob es in diesem Land noch möglich ist, ohne Konsequenzen zu widersprechen. Wenn selbst harmlose Demonstranten heute als potenzielle Staatsfeinde behandelt werden – was kommt morgen? Gedankenverbrechen?
Am Ende steht ein Mann, der aus dem Knast kommt, aber ein System, das seine Maske verloren hat. Der „beste Rechtsstaat aller Zeiten“ hat sich einmal mehr selbst vorgeführt – nicht mit einem Paukenschlag, sondern mit einem jämmerlichen Plumps.
Und man darf sicher sein: Die nächste U-Haft für den nächsten Unbequemen wird schon vorbereitet.
Höfflichst, ihr Querdenker,
Klaus Albrecht Möller


