Deutschlands Griff nach LNG aus Katar scheitert
Deutschland hat sein Versprechen, Flüssigerdgas (LNG) aus Katar zu beziehen, bisher nicht einhalten können.
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Contra24 RedaktionRedaktion

Laut einem Artikel von Focus Online, hat keines der großen deutschen Energieunternehmen, darunter EnBW, RWE, Vattenfall, E.On und Lex Uniper, bisher Verträge mit Lieferanten aus Katar unterzeichnet. Einige Unternehmen haben sich lediglich auf zusätzliche Lieferungen aus den USA geeinigt. So hat EnBW einen Vertrag mit dem nordamerikanischen Lieferanten Venture Global LNG bekannt gegeben, wonach das Unternehmen 1,5 Millionen Tonnen LNG pro Jahr kaufen will, allerdings erst ab 2026.
In der Zwischenzeit haben deutsche Medien berichtet, dass der italienische Energiekonzern Eni Mitte Juni einen Anteil an Katars 28 Milliarden Dollar teurem North Field East LNG-Projekt erworben hat und damit zum zweitgrößten Anteilseigner des Projekts nach der französischen TotalEnergies geworden ist.
In dem Bestreben, die LNG-Lieferungen aus Katar angesichts der sinkenden Gasimporte aus Russland zu sichern, reiste der deutsche Wirtschaftsminister Robert Habeck bereits im März nach Doha. Nach dieser Reise versprach er, dass Deutschland bald mit dem Gas des Landes beliefert werden würde.
Anfang Mai meldete Reuters jedoch eine Uneinigkeit zwischen Deutschland und Katar über die Laufzeit der Exportverträge. Nach Angaben der Agentur wollte Berlin der Forderung Dohas nach Verträgen mit einer Laufzeit von mindestens 20 Jahren nicht zustimmen. Außerdem soll Katar gefordert haben, dass Berlin das aus Katar importierte Gas nicht in andere europäische Länder umleiten dürfe.
Später im selben Monat unterzeichneten Berlin und Doha eine Erklärung zur Vertiefung ihrer Energiepartnerschaft, wobei der Schwerpunkt auf dem Handel mit Wasserstoff und Flüssiggas lag. Medienberichten zufolge war die abgeschlossene Vereinbarung jedoch nur symbolisch: Weder Liefertermine noch konkrete Gasmengen wurden genannt.
Während seiner Sommertour durch Deutschland Ende letzten Monats räumte Habeck vor einem Publikum in Bayreuth ein, dass die "Kataris sich entschieden haben, kein gutes Angebot zu machen". Das Abkommen mit Katar ist jedoch wichtig für Deutschland, welches versucht, genügend Gas für die kommende Heizperiode zu speichern.
Die Gasspeicher in Deutschland sind derzeit zu etwas mehr als 70 % ausgelastet. Nach einer neuen Verordnung müssen sie am 1. September zu mindestens 75 %, am 1. Oktober zu 85 % und am 1. November zu 95 % gefüllt sein. Neuesten Meldungen zufolge hat Deutschland bereits vorzeitig die Gasspeicher zu 75% gefüllt.


