Dem deutschen Einzelhandel droht angesichts steigender Energiekosten und starkem Konsumrückgang das Aus, berichtet der "Spiegel" am Montag unter Berufung auf den Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE). Nach den Prognosen des Verbandes droht vor allem kleineren Geschäften in den Innenstädten der Konkurs. Die Einzelhandelsumsätze in Deutschland sind seit August rückläufig. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sank der Umsatz real um 1,3 % gegenüber Juli und um 4,3 % gegenüber August 2021. Der Umsatz mit Lebensmitteln sank um 1,7 % gegenüber Juli und um 3,1 % gegenüber dem Vorjahresmonat und erreichte damit den niedrigsten Stand seit 2017. Textilien und Schuhe, Haushaltsgeräte und Baubedarf waren weitere Segmente, die einen Umsatzrückgang verzeichneten. Ein HDE-Sprecher sagte, die von der Bundesregierung zugesagten Finanzhilfen zur Abfederung der Energiepreissteigerungen sollten zur Unterstützung des Einzelhandels genutzt werden. "Wenn dies nicht geschieht, stehen wir in vielen Städten vor einer Katastrophe", sagte er, wie das Nachrichtenmagazin zitiert. Er glaubt jedoch, dass die Krise durch Investitionen und neue kreative Ideen vermieden werden kann, auch wenn dies eine Zusammenarbeit zwischen Einzelhändlern und Behörden erfordert. "In der akuten Krise wird alles ein bisschen schwieriger. Die Geldtöpfe werden vorerst sicher nicht voller... Wenn die Konzepte funktionieren sollen, müssten alle Akteure in den Kommunen zusammenarbeiten - von der Rathausspitze über das Stadtmarketing, den Einzelhandel und die Gastronomie bis hin zu den Kulturanbietern und den Bürgern", sagte er.