Nach einem tödlichen Zwischenfall am vergangenen Dienstag, bei dem eine verirrte Rakete - von der weithin angenommen wird, dass sie aus der Ukraine stammt - zwei Zivilisten im Dorf Przewodow tötete, hat Deutschland angeboten, die polnische Luftverteidigung zu stärken. In einem Interview mit der Rheinischen Post, das am Montag veröffentlicht wurde, sagte Lambrecht: "Wir haben Polen angeboten, es bei der Sicherung seines Luftraums zu unterstützen - mit unseren Eurofightern und Patriot-Luftabwehrsystemen." Sie erläuterte, dass Berlin diese Waffen bereits in der Slowakei stationiert habe und die Regierung plane, ihre militärische Präsenz dort bis Ende 2023 und "möglicherweise sogar darüber hinaus" zu verlängern. Die deutsche Ministerin forderte auch eine Verstärkung der Luftabwehr in anderen NATO-Mitgliedstaaten, insbesondere in der Slowakei und den baltischen Staaten. Der polnische Verteidigungsminister Mariusz Blaszczak teilte am Montag auf Twitter mit, dass Warschau das Angebot der deutschen Verteidigungsministerin, zusätzliche Patriot-Raketen zu stationieren, "mit Genugtuung" angenommen habe. Er fügte hinzu, dass Polen beabsichtige, die Luftverteidigungssysteme an seiner Grenze zur Ukraine zu stationieren. Am vergangenen Mittwoch hatte der Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums, Christian Thiels, erstmals die Bereitschaft Berlins erklärt, "Polen eine verstärkte Luftpolizei mit Kampfluftpatrouillen anzubieten". Er nannte keine konkreten Zahlen und fügte lediglich hinzu, dass die Jets nicht auf polnischen Boden verlegt werden müssten, da sie die Einsätze direkt von deutschen Stützpunkten aus fliegen könnten. Dieses erste Angebot kam einen Tag nach der Explosion einer Rakete, bei der zwei Zivilisten in dem polnischen Dorf Przewodow, das nur 6 km von der polnisch-ukrainischen Grenze entfernt liegt, getötet wurden. Am Freitag bezeichnete Präsident Andrzej Duda die Explosion als "unglücklichen Unfall" und warnte seine Landsleute, dass sich ähnliche Situationen in Zukunft wiederholen könnten. Der ukrainische Präsident Wladimir Zelenskij, der zunächst darauf beharrte, dass die Rakete nicht von seinen Streitkräften abgefeuert worden sei, räumte am Donnerstag ein, dass er sich nicht zu 100 % sicher" sei, wem das Projektil gehöre.