Die Zahlen sind ernüchternd: 2024 wurden laut ZEW und Creditreform nur 161.000 neue Firmen ins Handelsregister eingetragen. Anfang der 2000er waren es noch über 200.000. Besonders im verarbeitenden Gewerbe ist der Einbruch dramatisch, dort sanken die Neugründungen seit 2016 um fast 40 Prozent. Das Baugewerbe meldete ein Minus von knapp 13 Prozent. Von einer Gründerrepublik ist nichts mehr übrig – stattdessen ein Land, das seine Talente und Ideen in Formularen erstickt. Gleichzeitig schließen immer mehr Betriebe ihre Tore - mehr als 196.000 waren es im letzten Jahr.

Hohe Energiepreise, Steuern und Vorschriften machen das Gründen zu einem Hindernislauf. Junge Unternehmen verbringen laut IAB/ZEW-Gründungspanel im Schnitt neun Stunden pro Woche damit, Vorschriften abzuarbeiten. Zeit, die anderswo in neue Produkte oder Kunden fließen könnte. Stattdessen stapeln sich Meldepflichten, Nachweise und Genehmigungen. In Dänemark oder Estland dauert eine Gründung wenige Tage, in Deutschland oft Wochen. Förderprogramme, die eigentlich helfen sollen, erweisen sich als undurchschaubare Antragslabyrinthe.

Auch das Kapital zieht sich zurück. 2018 flossen noch 139 Milliarden Euro an ausländischen Direktinvestitionen nach Deutschland, 2024 waren es nur noch 35 Milliarden – einer der schlechtesten Werte seit einem Jahrzehnt. Die großen Investoren haben ihre Schlüsse längst gezogen: Der Standort ist zu teuer, zu kompliziert, zu unberechenbar. Konzerne wie BASF stecken Milliarden lieber in Nordamerika oder Asien, während sie in Deutschland Werke dichtmachen.

Dass es so weit kommen konnte, ist das Ergebnis jahrelanger Politik. Schon die Merkel-Ära hat mit der Energiewende die Grundlage gelegt. Die Ampelregierung verschärfte die Lage noch einmal, indem sie die Kosten für Strom und Gas explodieren ließ und den Betrieben neue Klimaregeln aufbürdete. Das Resultat sehen wir heute: weniger Investitionen, weniger Gründungen, abwandernde Industrien.

Die neue Bundesregierung hätte die Chance gehabt, die Notbremse zu ziehen. Doch stattdessen macht sie weiter wie bisher. Klimaziele werden verschärft, die Bürokratie bleibt unangetastet, die Wirtschaft stagniert. Die Industrieproduktion ging im ersten Halbjahr 2025 um 3,2 Prozent zurück, im Maschinenbau sogar um 6 Prozent. Statt über Standortfragen zu reden, liefert man Sonntagsreden über „Transformation“.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie spricht inzwischen offen von einer schleichenden Deindustrialisierung. Eine Umfrage der DIHK zeigt: ein Drittel der Betriebe verlagert Investitionen ins Ausland. Das ist keine Randnotiz mehr, sondern ein struktureller Aderlass. Während die Politik den grünen Traum beschwört, kehrt die Realität zurück: Deutschland verliert seine industrielle Basis.

Von Merkel über die Ampel bis zur heutigen Koalition – keine Regierung hat den Mut gefunden, diesen Kurs zu stoppen. Unternehmensgründungen brechen ein, Investoren fliehen, die Industrieproduktion schrumpft. Was bleibt, ist ein Land, das seinen Wohlstand verspielt, während die politische Klasse den Bürgern weiter eine glänzende Zukunft verspricht, die längst in weite Ferne gerückt ist.