Ein Kommentar von Michael Steiner
Die Christdemokraten scheinen fest entschlossen, den Weg ihres eigenen Niedergangs zu beschreiten. Statt den Wählerwillen zu respektieren, der in beiden Bundesländern klar nach einer rechtskonservativen Regierung ruft, versucht die CDU krampfhaft, irgendwie an der Macht zu bleiben - und sei es durch fragwürdige Kooperationen mit der Linken.
Parteichef Friedrich Merz mäandert wortreich um klare Aussagen herum, während andere CDU-Politiker bereits eifrig an der Aufweichung des Unvereinbarkeitsbeschlusses arbeiten. Die Partei scheint bereit, ihre eigenen Prinzipien über Bord zu werfen, nur um nicht mit der AfD in einen Topf geworfen zu werden.
Dabei übersieht die CDU in ihrer historischen Nabelschau völlig, dass sie mit dieser Strategie genau das Gegenteil dessen erreicht, was sie eigentlich bezweckt. Je mehr sie den Wählerwillen ignoriert, desto stärker wird die AfD. Die Partei ist im Osten längst zur Volkspartei geworden, während die CDU Gefahr läuft, das Schicksal der SPD zu teilen.
Am Ende steht die CDU vor der Wahl: Prinzipien oder Macht? Die Antwort scheint klar - Hauptsache an der Macht bleiben, koste es was es wolle. Ob das der richtige Weg ist, um das Vertrauen der Wähler zurückzugewinnen, darf bezweifelt werden. Eines ist sicher: Die nächsten Monate werden für die CDU zur Zerreißprobe.


