Während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich hier und frage mich, ob wir kollektiv den Verstand verloren haben. Da gibt es einen demokratisch gewählten Nachfolger, der mit dem Versprechen von Frieden und Deeskalation angetreten ist, und was macht der scheidende Präsident? Er zündet mal eben die Lunte am geopolitischen Pulverfass.
Die russische Reaktion ließ erwartungsgemäß nicht lange auf sich warten. Vladimir Dzhabarov, stellvertretender Vorsitzender des außenpolitischen Ausschusses, brachte es auf den Punkt: "Dies ist ein gewaltiger Schritt in Richtung des dritten Weltkriegs." Keine diplomatische Floskel, sondern eine erschreckend nüchterne Einschätzung.
Besonders pikant: Selenskyj, der sich aufführt wie ein Kind an Weihnachten, kann seine Freude kaum zügeln. "Die Raketen werden für sich selbst sprechen", verkündet er mit einer Mischung aus Triumph und kaum verhohlenem Größenwahn. Als ob wir nicht schon genug Raketen haben sprechen hören.
Der eigentliche Skandal liegt jedoch im Timing. Biden, dessen politische Uhr abgelaufen ist, trifft eine Entscheidung von historischer Tragweite - wohlwissend, dass die Amerikaner sich mehrheitlich für einen Präsidenten entschieden haben, der den Frieden sucht. Donald Trump Jr. bringt es auf X auf den Punkt: "Der militärisch-industrielle Komplex will offenbar den dritten Weltkrieg vom Zaun brechen, bevor mein Vater die Chance hat, Frieden zu stiften."
Richard Grenell, ehemaliger Geheimdienstkoordinator, fasst die Absurdität der Situation zusammen: "Niemand hatte damit gerechnet, dass Biden den Krieg in der Übergangsphase ESKALIEREN würde. Es ist, als würde er einen völlig neuen Krieg vom Zaun brechen."
Was wir hier erleben, ist nicht weniger als ein demokratischer Skandal erster Güte. Ein scheidender Präsident, der seinem Nachfolger die außenpolitischen Trümmer vor die Füße kippt. Und das alles unter dem Deckmantel der "Unterstützung der Ukraine" - als ob das Überleben der Menschheit keine Rolle spielte.
Die westlichen Verbündeten, statt mäßigend einzugreifen, springen gleich mit auf den Eskalationszug auf. Es ist, als würden wir alle in einem schlecht geschriebenen Endzeitfilm mitspielen, nur dass diesmal die Spezialeffekte echt sein könnten.
Andrei Klishas vom russischen Föderationsrat warnt unmissverständlich: "Der Westen hat sich für eine solche Eskalationsstufe entschieden, die bis zum Morgen zur völligen Zerstörung der ukrainischen Staatlichkeit führen könnte." Eine Drohung? Gewiss. Aber auch eine realistische Einschätzung dessen, was nun folgen könnte.
In der Geschichte der amerikanischen Präsidentschaft gab es viele fragwürdige Entscheidungen. Aber eine derart verantwortungslose Eskalation in den letzten Zügen einer Amtszeit - das ist selbst für Washington ein neuer Tiefpunkt. Biden hinterlässt seinem Nachfolger nicht nur ein außenpolitisches Chaos, sondern möglicherweise die Ouvertüre zu einem globalen Konflikt.
Die Frage ist nicht mehr, ob die roten Linien überschritten werden - sie werden gerade mit Anlauf übersprungen. Die eigentliche Frage lautet: Werden wir die Konsequenzen dieser Entscheidung noch erleben können, um daraus zu lernen?


