Baerbock: "Deutschland wird die Ukraine notfalls jahrelang unterstützen"
Die deutsche Außenministerin deutet an, Kiew auch im nächsten Sommer mit neuen schweren Waffen unterstützen zu wollen.
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Contra24 RedaktionRedaktion

Der Konflikt zwischen der Ukraine und Russland könnte sich "über Jahre hinziehen", aber Berlin wird Kiew weiterhin unterstützen, sagte die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock. Wir müssen leider davon ausgehen, dass die Ukraine auch im nächsten Sommer noch neue schwere Waffen von ihren Freunden brauchen wird", sagte Baerbock der "Bild"-Zeitung vom Sonntag.
"Die Ukraine verteidigt auch unsere Freiheit, unseren Frieden", sagte die Ministerin. Berlin werde Kiew "finanziell und militärisch unterstützen - und zwar so lange, wie es nötig ist, Punkt!"
Baerbocks Zusage kommt trotz ihres Eingeständnisses Anfang der Woche, dass das deutsche Militär aufgrund von Waffenlieferungen an die Ukraine ein "absolutes Defizit" an Ausrüstung hat.
Berlin hat bisher Artilleriegeschütze, Schulterraketen und Flugabwehrpistolen an die Ukraine geliefert. Dennoch wurde Bundeskanzler Olaf Scholz während der sechsmonatigen Dauer des Konflikts für seine offensichtliche Zurückhaltung bei der Lieferung modernerer Waffen an Kiew kritisiert.
Baerbock sagte am Mittwoch, dass das deutsche Flugabwehrraketensystem Iris-T in den kommenden Wochen in die Ukraine geliefert werde und dass weitere Lieferungen bis Ende des Jahres zu erwarten seien.
Baerbock verteidigte auch den Anspruch der Ukraine auf die Krim, die sich 2014 in einem Referendum mit überwältigender Mehrheit für die Wiedervereinigung mit Russland ausgesprochen hatte. "Die Krim gehört auch zur Ukraine. Die Welt hat die völkerrechtswidrige Annexion von 2014 nie anerkannt", so der Grünen-Politiker.
In ihrem Interview mit der "Bild"-Zeitung versprach die Ministerin, "die sozialen Ungleichgewichte abzufedern, die aus den hohen Energiepreisen in Deutschland resultieren", die durch den Rückgang der russischen Gaslieferungen nach Europa im Zuge der Sanktionen gegen Moskau verursacht wurden.


