Während Deutschland noch mit seinen alltäglichen Problemen kämpft, hat Bundeskanzler Friedrich Merz eine bemerkenswerte Entscheidung getroffen: Er kommuniziert auf Arabisch mit der Welt. Der Mann, der einst als konservativer Hoffnungsträger galt, schreibt nun Nachrichten über Hilfslieferungen für Gaza in einer Sprache, die die meisten seiner Wähler nicht verstehen.

"Diese Arbeit ist nur ein kleiner Beitrag auf menschlicher Ebene, aber sie trägt eine wichtige Botschaft: Wir sind hier. Wir helfen", verkündete Merz auf X und Facebook – allerdings auf Arabisch. Die Ankündigung deutscher Militärtransportflüge nach Jordanien für Hilfsabwürfe über Gaza erfolgte nicht in der Sprache Goethes und Schillers, sondern in jener des Korans.

Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. "Sie sollten sich schämen. Sie sind der deutsche Bundeskanzler! Unsere Amtssprache ist Deutsch", schrieb eine empörte Bürgerin. Andere fragten: "Sind Sie seit neuestem der Kanzler der arabischsprechenden Menschen?" Eine berechtigte Frage, wenn man bedenkt, dass Merz einst als konservativer Hoffnungsträger galt.

Vielleicht hat der Kanzler vergessen, dass er in Deutschland gewählt wurde und nicht in Jordanien. Oder er hat beschlossen, dass Integration keine Einbahnstraße ist – nur eben in die andere Richtung als bisher gedacht. Während wir von Einwanderern erwarten, dass sie Deutsch lernen, lernt unser Kanzler lieber Arabisch.

Die Ironie ist kaum zu übersehen: Derselbe Friedrich Merz, der 2020 noch einen Zusammenhang zwischen Einwanderung und zunehmendem Antisemitismus herstellte und dafür einen Shitstorm erntete, biedert sich nun in arabischer Sprache an. Damals schrieb er auf Twitter: "75 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz erleben wir erneut Antisemitismus – überwiegend von rechts, aber auch durch die Einwanderung von 2015/16." Für diese Aussage wurde er heftig kritisiert, blieb aber standhaft.

Nun scheint er selbst diese Fähigkeit verloren zu haben. Während er einerseits Israel im Kampf gegen den Iran unterstützt und dessen Angriffe als "Drecksarbeit für uns alle" bezeichnet – was ihm wiederum Kritik einbrachte – versucht er andererseits, bei der arabischen Welt zu punkten, indem er deren Sprache benutzt.

Merz' Wandlung vom konservativen Hardliner zum multilingualen Weltbürger ist bemerkenswert. Erst kritisierte er Israel für "unverhältnismäßige Gewalt" im Gazastreifen, dann bezeichnete er Israels Vorgehen gegen den Iran als "Drecksarbeit für uns alle", und nun kommuniziert er auf Arabisch über Hilfslieferungen. Man könnte meinen, der Kanzler leidet unter einer politischen Persönlichkeitsspaltung.

Die Bundeswehr-Transportflugzeuge, die nach Jordanien aufgebrochen sind, um dort für Abwurfoperationen ausgerüstet zu werden, sind übrigens mit deutschen Steuergeldern finanziert. Aber warum sollte man das den deutschen Steuerzahlern in ihrer Sprache mitteilen?

In einer Zeit, in der die humanitäre Lage im Gazastreifen tatsächlich dramatisch ist und internationale Hilfe dringend benötigt wird, ist es natürlich richtig, dass Deutschland seinen Beitrag leistet. Aber muss man dafür die eigene Sprache aufgeben? Ist es nicht möglich, Hilfe zu leisten und gleichzeitig die eigene kulturelle Identität zu bewahren?

Während Merz die Ablehnung einer internationalen Gaza-Erklärung rechtfertigt und betont, dass Deutschland bereits eine "praktisch inhaltsgleiche" Position vertreten habe, scheint er gleichzeitig zu vergessen, mit wem er eigentlich kommunizieren sollte: mit den deutschen Bürgern.

Die Frage, die sich viele Deutsche stellen, ist nicht, ob man helfen soll, sondern warum der Kanzler dafür auf Arabisch kommunizieren muss. Ist es ein Zeichen von Respekt oder von Unterwerfung? Ist es Diplomatie oder Selbstverleugnung?

Während die Kritiker des Kanzlers ihm vorwerfen, sich zu sehr anzubiedern, könnte man auch argumentieren, dass er lediglich versucht, direkt mit den Menschen zu kommunizieren, denen die Hilfe gilt. Aber warum dann nicht zweisprachig? Warum nicht zuerst auf Deutsch und dann auf Arabisch?

Die Debatte um Merz' arabischen Tweet zeigt einmal mehr, wie gespalten Deutschland in Fragen der nationalen Identität und des Umgangs mit anderen Kulturen ist. Während die einen Offenheit und Respekt sehen, sehen die anderen Selbstaufgabe und Anbiederung.

Eines ist jedoch sicher: Wenn der Kanzler der Bundesrepublik Deutschland in sozialen Medien auf Arabisch kommuniziert, dann ist das mehr als nur eine Frage der Sprache. Es ist eine Frage der Symbolik, der Identität und letztlich auch der Politik.

Vielleicht sollte Merz bei seinem nächsten Tweet bedenken, dass er nicht nur zu den Menschen im Gazastreifen spricht, sondern auch zu den Bürgern, die ihn gewählt haben. Und die sprechen mehrheitlich immer noch Deutsch.