Zu einem Zeitpunkt, an dem beide Seiten die Position des jeweils anderen in den laufenden Russland-NATO-Gesprächen entschieden ablehnen, und an dem der Kreml neue Marineübungen im Schwarzen Meer veranstalten könnte, wenn der Westen Russland weiterhin "provoziert", wird es auch im hohen Norden, innerhalb des Polarkreises, ein militärisches Gebäude geben. Die Meeresbeobachtungsseite Barents Observer berichtet, dass zwei NATO-Flugzeugträgergruppen derzeit auf dem Weg in die Gewässer vor Nordnorwegen sind, nicht weit von der russischen Grenze entfernt, um die "größte NATO-Übung innerhalb des Polarkreises seit den 1980er Jahren" durchzuführen. Den Angaben zufolge sollen an den groß angelegten Übungen zur See und in der Luft insgesamt 35.000 Soldaten aus 28 Ländern teilnehmen. Die Planungen für die Übungen waren schon lange im Gange und gingen der aktuellen Pattsituation und den Spannungen zwischen Moskau und dem Westen wegen der Ukraine voraus. Sie werden im März beginnen und bis Anfang April andauern. Angeführt werden die Übungen von der Flugzeugträgergruppe HMS Prince of Wales und der Flugzeugträgergruppe der Nimitz-Klasse USS Harry Truman. Der Barents Observer schlüsselt die Truppenzahlen für die bevorstehende Übung wie folgt auf: Nach dem letzten Stand der norwegischen Streitkräfte wird die Übung Cold Response 14.000 Soldaten an Land, 13.000 auf See und 8.000 Flugzeuge und Hauptquartiere auf verschiedenen Stützpunkten umfassen. In Zeiten des wachsenden Misstrauens zwischen Russland und Europa ist Norwegen bestrebt, seine Sicherheit in Partnerschaft mit den NATO-Verbündeten und den nordischen Nachbarstaaten zu stärken. Im Rahmen der Cold Response 2022 werden vor allem die Marine- und Luftwaffenkapazitäten im Ofoten-Gebiet zum Einsatz kommen. Der norwegische Verteidigungsminister Frank Bakke-Jensen erklärte, dass Cold Response 2022 die Absicht der NATO signalisiere, eine dauerhafte Präsenz in der Arktis aufzubauen. "Die Übung wird auch die Fähigkeit der Verbündeten testen, die Interessen der NATO in der Arktis zu schützen. Das ist Abschreckung in Aktion", sagte er.