Der ukrainische Präsident Wolodymyr Zelensky lehnte nur wenige Tage vor dem russischen Einmarsch einen Vorschlag des deutschen Bundeskanzlers Olaf Scholz ab. In dem Angebot vom 19. Februar wurde Kiew aufgefordert, auf seine NATO-Bestrebungen zu verzichten und seine Neutralität zu erklären.

Damals lehnte Zelensky den Sicherheitsplan mit der Begründung ab, man könne dem russischen Präsidenten Wladimir Putin nicht zutrauen, die Vereinbarung einzuhalten. Nach dem Berliner Plan würden Putin und der amerikanische Präsident Joe Biden das Abkommen unterzeichnen und gemeinsam die Sicherheit der Ukraine garantieren.

Das Wall Street Journal, das zuerst über den Vorschlag berichtete, sagte, dass die Ablehnung des Angebots durch Zelensky "deutsche Beamte besorgt machte, dass die Chancen auf Frieden schwinden".

Am Tag nach dem Treffen appellierte der französische Präsident Emmanuel Macron in einem Telefongespräch zwischen den Staats- und Regierungschefs an Biden, einen weiteren Vorstoß in Richtung Diplomatie zu unternehmen.

"Ich glaube, der letzte Mensch, der noch etwas tun kann, sind Sie, Joe. Sind Sie bereit, Putin zu treffen?" sagte Macron zu Biden. Washington schien jedoch kein Interesse an einem Vorstoß in Richtung Diplomatie zu haben.

Das Wall Street Journal berichtet über Macrons letzte Bemühungen, beide Seiten im Gespräch zu halten:

Macron verbrachte die Nacht des 20. Februar abwechselnd am Telefon mit Putin und Biden. Der Franzose sprach noch um 3 Uhr morgens Moskauer Zeit mit Putin und verhandelte über den Wortlaut einer Pressemitteilung, in der der Plan für einen amerikanisch-russischen Gipfel angekündigt wurde. Doch am nächsten Tag rief Putin Herrn Macron zurück. Der Gipfel wurde abgesagt. Putin erklärte, er habe beschlossen, die Unabhängigkeit der separatistischen Enklaven in der Ostukraine anzuerkennen. Er sagte, Faschisten hätten die Macht in Kiew übernommen, während die NATO nicht auf seine Sicherheitsbedenken eingegangen sei und die Stationierung von Atomraketen in der Ukraine plane.

Die genauen Einzelheiten des deutschen Angebots sind zwar nicht bekannt, doch scheint es den Vorschlägen zu ähneln, die Zelensky in den letzten Wochen unterbreitet hat. Der ukrainische Chefunterhändler David Arakhamia sagte, Russland habe mehreren der Kiewer Positionen "mündlich" zugestimmt.

Am Sonntag erklärte der russische Chefunterhändler Wladimir Medinsky, die beiden Seiten seien noch nicht weit genug für eine Einigung, um ein Treffen zwischen Putin und Zelensky zu ermöglichen. "Der Entwurf des Abkommens ist nicht reif für ein Treffen auf höchster Ebene", sagte der russische Chefunterhändler.