Die Staats- und Regierungschefs der Länder, die dem Verband Südostasiatischer Nationen (ASEAN) angehören, treffen sich am Freitag in der Hauptstadt Kambodschas, wo es vor allem um die Beendigung der Gewalt in Myanmar (Birma) gehen wird, wo 2021 ein Militärputsch stattfand. In der Zwischenzeit werden auch die Staats- und Regierungschefs der USA, Chinas, Japans und Südkoreas nach Kambodscha kommen, um sich mit dem Block zu treffen. Der Nesawissimaja Gaseta zufolge ist daher eine gewisse Rivalität zwischen den Großmächten während des Gipfels unvermeidlich, ebenso wie beim bevorstehenden G20-Forum in Indonesien. Trotz der wachsenden Bedeutung der Region für Moskau wird die russische Präsenz bei den bevorstehenden Veranstaltungen begrenzt sein.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur AP wird die ASEAN neben Myanmar auch die Streitigkeiten um Inseln im Südchinesischen Meer, die wirtschaftliche Erholung nach der Pandemie, den Handel und den Klimawandel erörtern - alles wichtige Themen für die USA und China. Nach dem Ausbruch der Feindseligkeiten in der Ukraine nimmt jedoch auch die Bedeutung Südostasiens für Russland zu, da es neue Märkte für Energieprodukte und Importe von Waren benötigt, die aus Europa nur schwer zu bekommen sind, schreibt die Nesawissimaja Gaseta.

Zuvor hatte Moskau bereits eine hochrangige Konferenz mit der ASEAN in Sotschi abgehalten. Diesmal wird der russische Präsident Wladimir Putin jedoch nicht zu dem Treffen fliegen. Daher wird Außenminister Sergej Lawrow Russland auf dem Ostasiengipfel vertreten.

Vasily Kashin, Senior Research Fellow an der Higher School of Economics, ist der Ansicht, dass der Einfluss Russlands in der Region nicht davon abhängt, wer es auf den Gipfeltreffen vertritt. "Das Wichtigste ist der Ausgang der Militäroperation in der Ukraine. Dies wird das künftige politische Gewicht Russlands in Südostasien bestimmen", meint er.