Die US-amerikanischen Angriffe auf die iranischen Atomanlagen mögen des Atomprogramm der Mullahs zwar um einige Monate zurückgeworfen haben - doch beendet ist dieses noch lange nicht. Denn, so Geheimdienstinformationen, die Vorräte an angereichertem Uran seien bereits während der israelischen Angriffe der letzten Tage in Sicherheit gebracht worden. Dabei handle es sich um etwa 400 Kilogramm des stark radioaktiven Materials.
Allerdings scheint niemand so genau zu wissen, wohin die Iraner das angereicherte Uran gebracht haben. Offensichtlich nicht einmal der israelische Auslandsgeheimdienst Mossad, dessen Quellen bis in die Entourage von Ayatollah Khamenei reichen sollen. Es ist anzunehmen, dass neben dem Uran selbst auch wichtige Bestandteile der Anreicherungsanlagen in Sicherheit gebracht wurden.
Präsident Trumps Behauptung, die US-Angriffe hätten die nuklearen Anreicherungsanlagen "vollständig und total zerstört", werden selbst von der US-amerikanischen Defense Intelligence Agency (DIA) infrage gestellt. Andererseits sind die Geheimdienste dafür bekannt, Desinformation zu verbreiten. Ebenfalls ein Kerngeschäft der Staatsschnüffler - wie auch die schlussendlich durch Tatsachen widerlegten Behauptungen rund um die angeblichen Massenvernichtungswaffen Saddam Husseins zeigten.
Derzeit gilt noch "Nichts Genaues weiß man nicht". Was wirklich mit den Uranvorräten und den Geräten der Anreicherungsanlagen geschehen ist, dürfte nur den eingeweihten Zirkeln des iranischen Regimes bekannt sein. Mehr noch stellt sich die Frage, ob nach den Angriffen die iranischen Hardliner nicht vielleicht doch darauf bestehen werden, Atombomben zu bauen, um (wie Nordkorea) quasi "immun" gegen vom Westen initiierte Regime-Change-Kriege zu werden. Quasi eine Absicherung, auf die Libyens Staatschef Muammar al-Gaddafi verzichtete - und daraufhin nach NATO-Bombardements vom Mob gelyncht wurde.
Auch wenn das Weiße Haus betont, man wolle keine Regime Change in Teheran vorantreiben, ist dies das Ziel von Israels Regierung unter Premierminister Benjamin Netanjahu. Ayatollah Khamenei mag zwar eine Fatwa gegen den Besitz von Atomwaffen erlassen haben - doch wenn es um die Absicherung seines islamistischen Regimes geht, wird er kaum eine andere Chance haben.


