Die Staats- und Regierungschefs einiger der reichsten Demokratien der Welt kamen am Sonntag in den bayerischen Alpen zusammen, wo vom 26. bis 28. Juni der 48. G7-Gipfel stattfand. Der Gipfel begann am Sonntag mit einer Reihe bilateraler Treffen, bevor die Staats- und Regierungschefs am Montag gemeinsam die drängendsten globalen Probleme erörtern werden. Dazu gehören die russische Invasion in der Ukraine, der Anstieg der Lebensmittel- und Energiepreise, Covid-19, die Weltwirtschaft und die angebliche Klimakrise in einer Zeit, in der es an globalen Herausforderungen nicht mangelt.

Während die Gruppe der Sieben, wie die G7 offiziell genannt wird, immer noch eine globale Führungsrolle beansprucht, stellt Felix Richter von Statista fest, dass einige Experten die Relevanz des Blocks vor dem Hintergrund einer sich schnell entwickelnden Weltwirtschaft in Frage stellen.

Im Jahr 2018 schrieben Jim O'Neill und Alessio Terzi, dass die G7 "in ihrer derzeitigen Zusammensetzung keine Daseinsberechtigung mehr hat und durch eine repräsentativere Gruppe von Ländern ersetzt werden sollte."

Sie forderten eine überarbeitete G7-Gruppe, die Deutschland, Frankreich und Italien durch einen gemeinsamen Vertreter der Eurozone ersetzen, Kanada gegen Brasilien austauschen und vor allem China und Indien hinzufügen würde, um die Gruppe wirtschaftlich und in Bezug auf die Bevölkerungszahl repräsentativer zu machen, ohne dass mehr Sitze an den Tisch kämen. Peking hat die G7 ja bereits verspottet.

Wie die folgende Grafik zeigt, repräsentieren die G7-Länder derzeit 43 Prozent der Weltwirtschaft, während es vor drei Jahrzehnten noch fast 70 Prozent waren.

Infographic: How Representative Is the G7 of the World It's Trying to Lead? | Statista You will find more infographics at Statista

Gemessen an der Bevölkerungszahl ist der Block sogar noch weniger repräsentativ, da seine Mitgliedsländer weniger als 10 Prozent der Weltbevölkerung ausmachen, so die jüngsten Schätzungen des UN-Bevölkerungsfonds (UNFPA).

Trotz dieser Zahlen sind die Befürworter der G7 der Meinung, dass die Gruppe immer noch einen Wert hat. "Sie ist eine Art überschaubare Steuerungsgruppe des Westens", sagt Stewart M. Patrick, Senior Fellow bei der transatlantischen Globalistengruppe Council on Foreign Relations (CFR). "Sie sind ein Sammelbecken, eine Verkörperung gemeinsamer Werte und eines ähnlichen regelbasierten Ansatzes für die Weltordnung." https://www.cfr.org/backgrounder/where-g7-headed

Indessen zeigen die Daten der BRICS-Länder Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika, ein atemberaubendes Wirtschaftswachstum, wobei der Großteil davon auf China und zu kleineren Teilen auch Indien zurückzuführen ist. Schätzungen gehen davon aus, dass die Staatengruppe (auch ohne Erweiterungen, wie z.B. der Iran und Argentinien, die ebenfalls beitreten wollen) bereits im Jahr 2030 ganze 50 Prozent der Weltwirtschaftsleistung kulmulieren können.

Damit wird auch deutlich, wie der US-geführte Westen in der laufenden Dekade wohl noch an Macht und Einfluss verlieren wird, zumal das Interesse an einer Zusammenarbeit mit der BRICS-Gruppe insbesondere im globalen Süden stetig zunimmt.