Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus, hat angekündigt, dass er erwägt, den öffentlichen Gesundheitsnotstand aufgrund des anhaltenden Ausbruchs des Affenpockenvirus (Mpox) in Afrika auszurufen. Diese Entscheidung könnte weitreichende Maßnahmen zur Eindämmung des Virus nach sich ziehen.
In einer kürzlich veröffentlichten Erklärung auf der Plattform X (ehemals Twitter) betonte Dr. Tedros die Dringlichkeit der Situation: „Da sich ein tödlicherer Stamm des Mpox-Virus auf mehrere afrikanische Länder ausbreitet, arbeiten die WHO, die Afrikanischen Zentren für Krankheitskontrolle und -prävention (Africa CDC), lokale Regierungen und Partner intensiv daran, die Übertragung der Krankheit zu unterbrechen. Es wird jedoch mehr Finanzierung und Unterstützung für eine umfassende Reaktion benötigt.“
Der Ausbruch, der ursprünglich in der Demokratischen Republik Kongo (DRC) begann, hat sich mittlerweile auf Uganda, Kenia und die Hauptstadt Goma ausgeweitet. Seit Beginn des Jahres 2022 wurden insgesamt 37.583 Fälle und 1.451 Todesfälle gemeldet, was einer Fallsterblichkeitsrate von 3,9 Prozent entspricht. Allein im Jahr 2023 stieg die Zahl der neuen Fälle um 78,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Die WHO erwägt nun, ein Notfallkomitee gemäß den Internationalen Gesundheitsvorschriften (IHR) einzuberufen, um zu beraten, ob der Ausbruch als „Public Health Emergency of International Concern“ (PHEIC) eingestuft werden sollte. Diese Einstufung würde die höchste Alarmstufe für einen Gesundheitsausbruch darstellen und könnte internationale Koordinierungsmaßnahmen zur Bekämpfung der Krankheit auslösen.
„Die Ausbreitung des tödlicheren Mpox-Stamms, der erstmals in der Bergbaustadt Kamituga in der Provinz Süd-Kivu auftrat, ist besonders besorgniserregend“, erklärte Dr. Tedros. „Die lokale Gesundheitsinfrastruktur ist schlecht ausgestattet, um mit einer groß angelegten Epidemie umzugehen, und der Zugang zu externer Hilfe ist begrenzt.“
Die WHO und ihre Partner arbeiten daran, die Überwachung und Reaktion auf den Ausbruch zu verstärken, einschließlich der Bereitstellung von Tests, Impfstoffen und Behandlungen. Dr. Tedros betonte die Notwendigkeit einer robusten und nachhaltigen Reaktion, um die Ausbreitung des Virus zu stoppen und die betroffenen Gemeinschaften zu schützen. Kritiker warnen bereits davor, dass die WHO zusammen mit den Regierungen in der Region zu Maßnahmen wie Zwangsimpfungen mit experimentellen Mpox-Vakzinen greifen könnte.
Die internationale Gemeinschaft wird aufgerufen, ihre Unterstützung zu verstärken, um eine weitere Eskalation der Krise zu verhindern. „Die Integration der Mpox-Prävention und -Pflege in bestehende Gesundheitsprogramme ist entscheidend, um den Zugang zur Versorgung aufrechtzuerhalten und schnell auf zukünftige Ausbrüche reagieren zu können“, so Dr. Tedros abschließend.



