Chinas Außenminister, Wang Yi, hat den Besuch der Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, in Taiwan als "komplette Farce" bezeichnet und gewarnt, dass diejenigen, die Peking "beleidigen", mit Konsequenzen rechnen müssen.

In einem Gespräch mit Reportern am Rande eines Treffens in Kambodscha am Mittwoch kritisierte der chinesische Chefdiplomat die Reise von Pelosi auf die Insel und bezeichnete sie als Provokation, da Peking Taiwan als Teil seines eigenen Territoriums betrachtet.

"Dies ist eine komplette Farce. Unter dem Deckmantel der 'Demokratie' verletzen die USA die Souveränität Chinas", sagte er und fügte hinzu: "Diese perversen Aktionen werden weder den internationalen Konsens über das Ein-China-Prinzip noch den unumkehrbaren historischen Trend ändern, dass Taiwan zum Mutterland zurückkehren wird."

Diejenigen, die mit dem Feuer spielen, werden daran zugrunde gehen, und diejenigen, die China beleidigen, werden bestraft werden.

Der Besuch von Pelosi, über den schon Tage im Voraus berichtet wurde, hat eine scharfe Reaktion der chinesischen Behörden ausgelöst, die frühere Reisen von Delegationen auf niedrigerer Ebene wiederholt verurteilt haben.

Peking hat auch mit einer großen Runde von Militärübungen rund um die Insel reagiert, den Berichten zufolge sollen sie eine "gemeinsame Blockadeübung", "Seeangriffs-, Land- und Luftkampftraining" sowie die Vorführung "fortschrittlicher Waffen" wie Chinas Hyperschallrakete DF-17 umfassen.

Die Vereinigten Staaten akzeptieren zwar stillschweigend Pekings Ein-China-Prinzip, demzufolge Taiwan ein Teil Chinas ist, haben aber lange Zeit eine bewusst zweideutige Politik gegenüber der Insel verfolgt, indem sie im Laufe der Jahre eine Reihe von "defensiven" Waffenverkäufen an Taipeh genehmigt haben, ohne jedoch formelle Sicherheitsverpflichtungen einzugehen.

Seit seinem Amtsantritt hat US-Präsident Joe Biden jedoch Äußerungen gemacht, die im Widerspruch zu dieser Position stehen. Er ging sogar so weit zu sagen, dass amerikanische Truppen die Insel gegen jeden künftigen chinesischen Angriff verteidigen würden, obwohl Beamte des Weißen Hauses diese Äußerungen schnell zurücknahmen.