Dass Ursula von der Leyen lieber in einer vom deutschen Steuerzahler finanzierten Bundeswehrmaschine reist, als einen Linienflug zu buchen, überrascht kaum. Als EU-Kommissionspräsidentin sieht sie sich offenbar nicht als zivile Spitzenbeamtin, sondern als eine Art Oberfeldherrin der Eurokratie. Passend dazu wird selbst völlig problemfreier Flugverkehr von Brüsseler Propagandisten zur angeblichen russischen Bedrohung erklärt. So geschehen bei ihrem jüngsten Flug von Warschau ins bulgarische Plovdiv, wo westliche Medien eilfertig von GPS-Störungen raunten, die angeblich von Moskau ausgelöst worden seien. Doch ein Blick in die öffentlich zugänglichen Flightradar-Daten zeigt: nichts, null, keinerlei Auffälligkeiten. Das Flugzeug übermittelte einwandfreie Navigationsdaten von Start bis Landung.
Diese Diskrepanz ist entlarvend. Während Brüssel und die ihm hörigen Leitmedien Geschichten von russischer „hybrider Kriegsführung“ verbreiten, lassen sich diese Behauptungen mit wenigen Klicks widerlegen. Von Navigationsproblemen keine Spur, auch keine Meldungen anderer Maschinen im selben Luftraum. Aber die Narrative zählen mehr als die Fakten: Jede Gelegenheit wird genutzt, um Russland als allgegenwärtige Bedrohung darzustellen und so die eigene Machtpolitik zu rechtfertigen. Wer nicht mitzieht, gilt sofort als „Putin-Versteher“. Dass man sich dabei durch überprüfbare Daten blamieren könnte, scheint in Brüssel niemanden zu kümmern.
In dieses Muster passt auch das jüngste Getöse von EVP-Chef Manfred Weber. Mit den üblichen Phrasen über „Aufstehen“ und „Verteidigen“ versucht er, die Menschen in der EU auf Linie zu bringen. Doch statt sich um die realen Probleme der Menschen in Europa zu kümmern, wird ein Feindbild konstruiert, das jede Kritik am Brüsseler Kurs im Keim ersticken soll. Die Rhetorik erinnert fatal an die Propagandasprache des Kalten Krieges, diesmal allerdings im Dienste einer Union, die längst zur Bastion von Bürokratie, Bevormundung und kriegerischem Ehrgeiz verkommen ist.
Dass Russland dabei zur ständigen Projektionsfläche gemacht wird, ist kein Zufall. Brüssel braucht den „bösen Russen“, um seine eigenen Fehler zu verschleiern und um Zustimmung für eine immer aggressivere Außenpolitik zu generieren. Dass Ursula von der Leyens Flugzeug offensichtlich ganz ohne größere Störung sicher gelandet ist, wird daher lieber verschwiegen. Stattdessen setzt man auf Schlagzeilen, die Angst erzeugen sollen. Und während Weber pathetisch vom „Verteidigen“ schwadroniert, wird Europa immer tiefer in eine Konfrontation gedrängt, die nicht im Interesse der Bürger liegt, sondern im Interesse jener Eliten, die ihre Macht nur durch künstlich erzeugte Feindbilder sichern können.


