Berlin ist bereit, die Ukraine auch in Zukunft zu unterstützen, aber in Bezug auf Waffenlieferungen kann es "nicht mehr viel verschenken", sagte die deutsche Verteidigungsministerin Christine Lambrecht am Dienstag. Die Ukraine könne sich der deutschen Absicht sicher sein, "sie auch in Zukunft zu unterstützen". sagte sie bei einem Besuch in Müllheim vor Reportern.

Deutschland habe Kiew bereits einige hochmoderne schwere Waffen, wie die Panzerhaubitze 2000, zur Verfügung gestellt, sie habe ein sehr vertrauensvolles und konstruktives Verhältnis zu ihrem ukrainischen Amtskollegen Alexey Reznikov, sagte Lambrecht. "Wir können nicht mehr viel von der Bundeswehr abgeben, das sage ich ganz klar und mein Kollege ist sich dessen bewusst", so die deutsche Ministerin.

Anfang des Monats hatte Lambrecht deutlich gemacht, dass Berlin die Ukraine weiterhin "mit allem, was möglich ist" unterstützen werde, aber nicht auf Kosten der eigenen Verteidigungskapazitäten. Deutschland hat die Ukraine seit Beginn der russischen Militäroffensive gegen das Nachbarland Ende Februar mit verschiedenen Waffen beliefert.

Dennoch liegt Berlin weit hinter den wichtigsten Waffenlieferanten, den USA und Großbritannien, zurück und sieht sich sowohl von den Medien als auch von ukrainischen und polnischen Offiziellen mit dem Vorwurf konfrontiert, bei den Militärlieferungen an die Ukraine "zu viel versprochen und zu wenig geliefert" zu haben.

Der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz hat sich bereits zu diesen Vorwürfen geäußert und darauf hingewiesen, dass sein Land nicht in der Lage ist, Kiew in einem ähnlichen Tempo mit Waffen zu versorgen wie die Vereinigten Staaten, weil seine Ressourcen begrenzter sind. Gleichzeitig betonte der Bundeskanzler, dass Deutschland bereits alle Waffen, die es auf Lager hat, sowie einige brandneue Waffen nach Kiew geschickt hat.

Scholz bestätigte auch, dass Deutschland die Ukraine weiterhin nach dem Prinzip des "zirkulären Austauschs" beliefern werde, bei dem osteuropäische Länder ihr militärisches Inventar aus der Sowjetzeit an die Ukraine abgeben und im Gegenzug modernere Systeme aus Deutschland erhalten.