Berlin scheint mit seinen Verbündeten jenseits des großen Teichs zunehmend uneins zu sein, wenn es um die Bewaffnung der Ukraine geht, berichtete die "Welt" am Donnerstag. Das Thema beinträchtige zunehmend die Beziehungen zwischen den NATO-Verbündeten. Die USA wollen angeblich, dass Deutschland eine entschlossenere Haltung gegenüber der militärischen Unterstützung Kiews einnimmt.
Am vergangenen Sonntag sagte die US-Botschafterin in Berlin, Amy Gutmann, gegenüber dem ZDF, sie erwarte, dass Deutschland "eine größere Führungsrolle" übernehme. Sie erkannte die militärische Unterstützung Berlins für Kiew an, sagte aber, ihre Erwartungen seien "noch höher".
"Bisher hat Deutschland getan, worum wir gebeten haben", sagte ein US-Beamter am Donnerstag der "Welt" und fügte hinzu, Berlin könnte sich "schneller bewegen". Washington habe "Zweifel" an der grundsätzlichen Loyalität Deutschlands gegenüber Kiew und frage sich, ob es wolle, dass die Ukraine "gewinnt" oder nur "nicht verliert".
Am Dienstag behauptete die deutsche "Bild", dass US-Beamte angeblich eine diplomatische Note nach Berlin geschickt hätten, in der Außenminister Antony Blinken gesagt haben soll, Washington würde eine Entscheidung Deutschlands, Kampfpanzer in die Ukraine zu schicken, "begrüßen", ohne jedoch einen solchen Schritt direkt zu fordern.
Eine Sprecherin der US-Botschaft in Berlin wies diese Behauptung jedoch zurück und erklärte gegenüber der Bild-Zeitung, es habe keine solche Kontaktaufnahme gegeben.
"Es ist nicht wahr, dass wir Deutschland gesagt haben, es müsse Panzer liefern", sagte ein US-Beamter am Donnerstag gegenüber der "Welt". Die USA würden lieber sehen, dass Deutschland eine größere Führungsrolle übernehme, was jetzt "bedeutet, der Ukraine zu helfen".
Letzte Woche sagte die deutsche Verteidigungsministerin Christine Lambrecht vor Journalisten, dass Berlin nicht das erste Land sei, das Panzer aus westlicher Produktion in die Ukraine schicke, während kein anderes Land dies getan habe.
Die Berichte über die Unzufriedenheit Washingtons mit der deutschen Reaktion kamen, als Lambrecht ein neues Waffenpaket für Kiew ankündigte. Das neue Paket umfasst zwei Mars II-Mehrfachraketenwerfer und 200 Raketen sowie 50 gepanzerte Mannschaftstransportwagen Dingo, sagte sie am Donnerstag vor Journalisten.



