Zwar sind zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels noch nicht alle Stimmen ausgezählt, doch inzwischen ist die Lage in Ungarn klar: Viktor Orbáns Parteienallianz Fidesz-KDNP liegt ganz deutlich in Führung. "Wir haben einen Sieg errungen, der so groß ist, dass man ihn sogar vom Mond aus sehen kann", sagte der ungarische Ministerpräsident. "Wir haben Ungarns Souveränität und Freiheit verteidigt."

"Wir haben einen solchen Sieg errungen, dass er vom Mond aus gesehen werden kann, aber es ist sicher, dass er von Brüssel aus gesehen werden kann", sagte Orban in seiner Rede am Sonntagabend und spielte damit auf die lang anhaltenden Spannungen seiner Regierung mit den EU-Führern an.

"Wir werden uns bis ans Ende unseres Lebens an diesen Sieg erinnern, weil wir gegen eine große Anzahl von Gegnern kämpfen mussten", sagte Orban und nannte eine Reihe seiner politischen Feinde, darunter die ungarische Linke, Bürokraten in Brüssel, die internationalen Medien und auch den ukrainischen Präsidenten - "wir hatten noch nie so viele Gegner auf einmal."

"Die ganze Welt konnte heute Abend in Budapest sehen, dass die christdemokratische Politik, die konservative Politik und die nationalistische Politik gewonnen haben", sagte Orban am Sonntagabend weiter. "Unsere Botschaft an Europa ist, dass es nicht um die Vergangenheit, sondern um die Zukunft geht. Das wird unsere gemeinsame europäische Zukunft sein."

Vorläufige Ergebnisse, bei denen 91 Prozent der Stimmen der nationalen Parteilisten ausgezählt sind, zeigen, dass Orbans Parteienbündnis mit 53,5 Prozent der Stimmen gegenüber 34,6 Prozent für das Oppositionsbündnis von Péter Márki-Zay in Führung liegt. Die Fidesz lag auch in 88 der 106 Einzelwahlkreise vorn - und Márki-Zay konnte nicht einmal jenen Wahldistrikt für sich gewinnen, in dem er lange Zeit Bürgermeister war. Damit dürfte das Mitte-Rechts-Parteienbündnis eine satte Mehrheit im ungarischen Parlament erhalten.

Márki-Zay räumte am späten Sonntagabend seine Niederlage ein und erklärte seinen Anhängern: "Wir debattieren nicht über den Sieg des Fidesz, sondern darüber, dass diese Wahl demokratisch und gerecht war. Wir werden in diesem Land bleiben, füreinander einstehen, uns an den Händen halten und uns nicht gehen lassen. Es kommen harte Zeiten auf uns zu, egal wie die Wahl ausgeht. Wir wissen, dass sie uns die Schuld geben werden, wir werden die Sündenböcke sein, deshalb ist es wichtiger denn je, einander die Hand zu halten und nicht loszulassen."